Druck am Telefon

Sind falsche Sozialdienste echte Betrüger?

Rödermark - Dreister geht's kaum noch: Trickbetrüger versuchen per Telefon, sich Zugang zu Wohnungen alter Menschen zu verschaffen - möglicherweise, weil sie dort klauen wollen.

Sie geben ihren Anrufen einen offiziellen Anstrich und kündigen ihren Besuch an, um Angebote für einen „Senioren-Sozialdienst“ oder eine „Seniorenhilfe auf Knopfdruck“ zu präsentieren. Die Stadt warnt vor dieser Masche. Seit Freitag haben mehr als ein Dutzend besorgter Rödermärker bei Sandra Seibert vom städtischen Sozialdienst angerufen. Sie schätzt, dass viel, viel mehr alte Menschen die Ganoven am Telefon hatten. Denn erfahrungsgemäß tun viele Senioren solche Anrufe als harmlos ab, vergessen sie oder trauen sich einfach nicht, ihre Ängste weiterzugeben.

Dabei gehen die vermeintlichen Betrüger ziemlich massiv vor, hat Sandra Seibert als Quintessenz aus den Bürgersorgen herausgefiltert: Sie böten keine Termine an, sondern setzten sie kurzerhand fest. Oder sagten, sie würden prüfen, ob Wohnungen seniorengerecht eingerichtet sind. Das alles klingt nach der Bandbreite behördlicher Kontrollmechanismen, den alte Menschen meist wenig Widerstand entgegensetzen. Durch wiederholte Anrufe haben sie einige ihrer potenziellen Opfer aber so verunsichert, dass sie sich an den Sozialdienst wandten.

Stadt warnt vor Besuch

Die Senioren, von denen viele allein leben, wundern sich, woher die Ganoven ihre Telefonnummern kannten. Einige befürchteten, dass seriöse Wohlfahrtsverbände ihre Daten weitergegeben hätten, berichtete Sandra Seibert. Dabei haben's die Gauner viel einfacher: Ein Blick ins Telefonbuch genügt, um „alte“ Vornamen ausfindig zu machen. Dann kommen noch zwei, drei scheinbar harmlose Fragen dazu - und schon wissen die Anrufer, ob sie an der richtigen Adresse für einen Beutezug sind. Weder die Stadt noch die Wohlfahrtsverbände machen per Telefon Werbung für ihre Angebote, teilt die Stadt mit und warnt eindrücklich davor, sich auf einen Besuch einzulassen.

Rudi Neu von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Südosthessen sieht nicht hinter jedem Anrufer gleich einen Einbrecher. Er rät aber generell zu Vorsicht: Auch wenn Besucher tatsächlich Hausnotrufsysteme verkaufen wollen, sollte immer ein Angehöriger oder Nachbar Zeuge des Gesprächs sein. Sollten aber zwei oder drei Mitarbeiter des angeblichen Seniorendienstes vor der Tür stehen, besteht erhöhte Diebstahlgefahr.

Die kuriosesten Gesetze aus aller Welt

Die kuriosesten Gesetze aus aller Welt

(lö)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare