Hausgerätehändler nicht vorbestraft

Gericht stellt Betrugsverfahren ein

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Rödermark - Der Prozess gegen einen Online-Händler aus Ober-Roden, dem die Staatsanwaltschaft gewerbsmäßigen Betrug mit Haushaltsgeräten vorwirft, ist nach zwei Verhandlungstagen vor dem Landgericht Darmstadt eingestellt worden.

Der 35-jährige Geschäftsmann wird zu einer Geldauflage von 20.000 Euro verpflichtet. Damit ist er nicht vorbestraft. Diese Zahlung ist bei so genannten Verfahrenseinstellungen Standard und nicht mit einer Geldstrafe zu verwechseln. Sie ist lediglich als Wiedergutmachung des durch die Tat verursachten Schadens zu verstehen.

Dem Unternehmer, bei dem es sich ausdrücklich nicht um die Firma Hausgeräte Schäfer handelt, war zur Last gelegt worden, von April bis Juli 2012 Geld von 189 Kunden genommen, aber die bestellten Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner nie ausgeliefert zu haben. Im gleichen Zeitraum soll er 57 Rechnungen an zwei Großhändler nicht bezahlt haben. Der Gesamtschaden beläuft sich auf knapp 400.000 Euro. Ferner ist er in vorangegangenen Jahren 65.000 Euro Steuern schuldig geblieben.

Unternehmer leugnet Fakten nicht

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Der Unternehmer leugnet diese Fakten nicht. Allerdings gestaltet sich für ihn der Tatbestand ein wenig anders. Er habe nie vorsätzlich jemanden betrogen. Sein Geschäft sei ab Frühjahr 2012 in eine Schieflage gerutscht. Dadurch habe er nicht allen Kunden, die per Vorkasse bezahlt hatten und wegen Lieferverzögerungen ihre Ware nicht erhielten, das Geld zurück zahlen können.

Gleichermaßen verhielt es sich bei den Lieferantenrechnungen. Ein Großhändler versicherte als Zeuge vor Gericht: „Ich wusste von den Schwierigkeiten, in denen er sich befand.“ Im Juli 2012 meldete der Ober-Röder schließlich Insolvenz an. Entlastung brachte auch die Aussage der Insolvenzverwalterin: „Ich konnte nicht mehr feststellen, wann es zu dieser Unternehmensschieflage kam.“ Für die Steuerschuld machte der Unternehmer indes sein blindes Vertrauen in den Buchhalter verantwortlich: „Ich habe nur meine Unterschrift unter die Steuererklärung gesetzt, habe mich mit den Eintragungen nicht näher befasst.“ Letztendlich konnte die 9. Strafkammer dem Angeklagten keinerlei Betrugsabsichten nachweisen, was dann zur Verfahrenseinstellung führte.

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gel

Quelle: op-online.de

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