Berufsakademie

Speed-Dating: Bewerbung im Eiltempo

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Bewerbungsgespräche im Akkord gab’s bei der Berufsakademie. Akademieleiter Bernd Albrecht kündigt an, dass die Rekrutierung und Vermittlung von Studieninteressierten intensiviert wird.

Urberach - Neue Wege beschreitet die Berufsakademie Rhein-Main (BA), um Schulabgänger und deren potentielle Arbeitgeber zusammenzubringen: Speed Dating. Das ist ein Bewerbungstraining im Minutentakt.

Vertreter von acht Unternehmen, teils seit Jahren Partnerfirmen der BA, und 42 Studieninteressenten, zumeist frischgebackene Abiturienten oder Fachabiturienten, standen sich gegenüber. Sie hatten jeweils rund fünf Minuten Zeit, um einander kennen zu lernen.

„Duale Ausbildung in der Krise“, „Bewerberschwund hält bundesweit an“ – so titelte unsere Zeitung in dieser Woche. Doch die BA Rhein-Main in Urberach geht innovative Wege. Was bei privaten Partnerschaften so oft zum Ziel führt, kann bei geschäftlichen Partnern doch auch klappen. Tatsächlich waren die Interessen der Firmen und die der Bewerber klar auf dem Tisch und jeder wusste, dass es bei diesem Beschnuppern weit weniger um Referenzen und Notenabschlüsse als vielmehr um Auftreten und Ausstrahlung bei den Interessenten geht.

Matthias Jung vom IT-Dienstleiter Ordix, der zwei bis drei offene Stellen zu vergeben hat, weiß genau, was er sucht: „Persönlichkeiten; die sich schon mit IT beschäftigen, die sich aber vor allem auch gut verkaufen. Wir wollen nur Leute, die sich bewusst für IT entscheiden. Was sie erzählen, ist mir eigentlich völlig egal.“

Ähnlich sieht es auch der Personalleiter der Sparkasse Langen-Seligenstadt, Dr. Wolfgang Woide: „Ich habe schon bei der ersten kurzen Vorstellungsrunde mir meine möglichen Kandidaten ausgeguckt. Das war schon ganz deutlich.“

Erster Festvertrag nach fünf Minuten besiegelt

Dazu zählte offensichtlich auch der Neu-Isenburger Navin Schürmann, potentiell am Studium Finanzwesen interessiert und einer der ersten Speed Dater am Stand der Sparkasse. Dort stellte er sich Dr. Woide vor und staunte nicht schlecht, als er nach wenigen Sätzen schon gefragt wurde: „Haben Sie auch Interesse, Kunden zu beraten?“ Er bejahte es mit strahlenden Augen. „Wir planen, die Ausbildung zu vertiefen und Sie in drei Jahren quasi nebenbei auch noch zum Bankkaufmann auszubilden. Wenn Sie das möchten, schlagen Sie ein!“ Dr. Wolfgang Woide bescheinigte ihm: „Sie gehen dynamisch vor, Sie wissen, was Sie wollen, ich kann hier gleich zusagen!“

Ein doppelter Handschlag besiegelte schon nach weit weniger als fünf Minuten den ersten Festvertrag, dem an diesem Tag noch einige folgen sollten.

Navin Schürmann überglücklich: „Ich bin fix und fertig! Da ich nur ein Fachabitur habe, habe ich schon 35 Absagen auf meine Bewerbungen bekommen. Auch auf der Ausbildungsmesse in Rodgau wurde ich von den Bankenvertretern ohne „richtiges“ Abitur abgelehnt. Ich war schon kurz davor, nicht hierher zu kommen. Aber ich möchte unbedingt Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Finanzen studieren. Das ist für mich wie ein Sechser im Lotto!“

chz

Quelle: op-online.de

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