Sternsingerbesuch auf Bestellung

Große Ausdauer der vielen kleinen Heiligen Könige

Bild rechts: Die jüngste aller Gruppen (Amelie, Marlene, Lucie, Marie und Maximilian) war wohl auch die spontanste der vier Urberacher Sternsinger-Gruppen. Sie freuten sich herzlich über jedes sich öffnende Haus und nahmen auch verschlossene Türen nicht übel. Oben: Nach der Aussendung durch Pfarrer Jung bereiteten die acht Gruppen – hier mit Amelie, Hannah, Jana, Milena und Gruppenleiterin Verena Müller – sich und ihren Bollerwagen auf ihren langen Weg durch Ober-Roden vor. - Fotos: Ziesecke

Ober-Roden/Urberach - Schon vor dem heutigen 6. Januar, dem Dreikönigstag, sind in diesem Jahr weltweit Kinder durch die Straßen gezogen, um den Segen fürs neue Jahr in die Wohnungen und Häuser zu bringen. Diesmal zugunsten von Flüchtlingskindern in Malawi.

Unter den Augen vieler Zuschauer schrieben Sternsinger an der Kita Amselstraße in Waldacker den Segen an die Eingangstür: 20*C+M+B*14.

In Ober-Roden, wo jeder, der den Besuch der Sternsinger wünscht, sich zuvor anmeldet, waren es gut 300 Adressen, die von den acht Gruppen mit über 30 Kindern und 16 jungen Betreuern besucht wurden. „Wir haben in diesem Jahr das Glück, dass wir alle acht Gruppen doppelt besetzt haben – so viele Jugendliche haben sich als Begleiter gemeldet“, freute sich Wilma Gotta, die wieder einmal alles gemeinsam mit ihrem Team Birgitta Pfuhl, Sabine Kiehl und Cordula Gossmann im Griff hatte – nur ihre Grippe nicht. Vorbereitet und begleitet wurde alles auch von ihrem Mann, der die Listen fertigte und die Eingänge am Schluss „hütete“. Schon am Freitag hatten drei große Gruppen den Segen in Kindergärten und ins Altenpflegeheim Haus Morija gebracht und hatten den Bürgermeister im Rathaus besucht.

Am Samstag ging es dann daran, die 300 Besuchsbitten zu erfüllen. Meist erwarteten die Menschen sie schon, freuten sich spürbar über die Lieder und Segenswünsche und dankten es mit einer Spende für die Aktion sowie mit Süßigkeiten, die am Ende an den Rödermärker Brotkorb weitergegeben und unter den Sternsingern verteilt wurden. „Eines gilt als oberstes Gebot: Wir zählen nicht mit, sondern jeder gibt, was er kann“, erläuterte Wilma Gotta zuvor mit ernstzunehmender Stimme: Der Reiz, über das Gespendete zu staunen, ist hoch für die Kinder, doch genau dies ist absolut nicht Sinn der Aktion. So freute sich die Gruppe, die in der Kita Waldacker zu Besuch war, über viele Münzen, welche die Kita-Kinder von zuhause mitgebracht hatten, ebenso wie über ein ganzes Säckchen voller kleiner Münzen, die ein Kind wohl aus seinem Sparschwein gefischt hatte und an die Flüchtlingskinder weitergab. Am gestrigen Sonntag im abschließenden Gottesdienst, dessen Kollekte der Aktion zugute kommt, dankte Pfarrer Elmar Jung den Sternsingern. Vor allem auch jenen, die schon seit fünf oder gar zehn Jahren als Heilige Könige dabei sind. Zum großen gemeinsamen Abschluss gab’s im Forum Nazarius Pizza für alle.

In Urberach, wo die Sternsinger noch ohne vorherige Anmeldung von Haustür zu Haustür ziehen, waren in diesem Jahr nur vier Gruppen und insgesamt 13 Kinder und Jugendliche mit ihren Betreuern unterwegs. Die Leitung hatte Diakon Eberhard Utz. Hier werden wohl einige Menschen umsonst auf die Könige gewartet haben, doch wer wirklich noch besucht werden möchte, kann sich ans Pfarrbüro wenden. Der Segen wird - so Rita Groß-Grevenbroich - gerne „nachgeliefert“.

Besonders ausdauernd: die wohl jüngste der vier Sternsinger-Gruppen mit den siebenjährigen Lucie Hahn, Marie Murmann und Maximilian Holzkämper, klaglos und wacker begleitet von ihren vierjährigen Geschwistern Amelie Holzkämper und Marlene Hahn. Mit dabei und stets Optimismus verbreitend: die beiden Mütter Christiane Hahn und Michaela Holzkämper, die zum ersten Mal mitlief. Seit vier Jahren lebt sie in Urberach, war aber in ihrer früheren Gemeinde schon sehr aktiv. Die dritte Mutter, Manuela Murmann, kochte inzwischen zuhause für alle das Mittagessen. „Nein, es regnet nicht, da fallen nur Tropfen vom Himmel“, überspielte Christiane Hahn das zum wiederholten Mal einsetzende schlechte Wetter, das sich vom Himmel nicht gerade förderlich einmischte. Doch die Türen wurden rasch geöffnet und die langen Wege lohnten sich. Über welchen Spendenbetrag sich die Aktion Dreikönigssingen und damit die Flüchtlingskinder in Malawi freuen können, wird in den nächsten Tagen von den Pfarreien bekannt gegeben.

chz

Quelle: op-online.de

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