Musikverein Viktoria 08

Bläserische Vielfalt beim Weihnachtskonzert

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Gut besetzt ist die Riege der Saxophonspieler. 

Ober-Roden - Keine freien Parkplätze weit und breit, keine Karten mehr an der Kasse, Zuhörer aller Generationen und Vorfreude aufs Christfest - das ist das Weihnachtskonzert des Musikvereins Viktoria 08.

In diesem Jahr zum 46. Mal freuten sich Zuhörer und Musiker über ein anspruchsvolles und dennoch gut verständliches Programm, das im Zeichen der Trompeten stand.

Unter dem Spannungsbogen der französischen Geschichte des 18. Jahrhunderts stand die widersprüchliche Figur des Napoleon Bonaparte. Sie war ebenso der rote Faden einer Komposition des derzeit viel gespielten österreichischen Komponisten Otto M. Schwarz. Das lautmalerische Werk startete mit einem fulminanten Einstieg mit viel Schlagwerk und lautstarken Anspielungen auf die zentralen Werte der französischen Revolution und die Marseillaise. Es folgte auf Joseph Haydns Konzert für Trompete in Es-Dur, zu dem sich der Musikverein Viktoria zusätzlich zu den ausgezeichneten eigenen Trompetenspielerinnen und -spielern noch den Musikstudenten und mehrfachen Preisträger bei „Jugend musiziert“, Daniel Albrecht (18), aus Mossautal eingeladen hatte. Er verzauberte das Publikum mit seinem Instrument. Begonnen hatte das Weihnachskonzert mit einer ganz modernen Ouvertüre „Jubilance“, erst 2010 in einer Schule in Singapur uraufgeführt.

Andreas Kohte bläst bei den „08ern“ schon lange die Tuba.

Wie so oft war der zweite Teil des Konzertes der Unterhaltungsmusik des 20. Jahrhunderts gewidmet. Nach einem Medley der berühmten „Jackson Five“ und einer sehr ausdrucksstarken, weil bekannten und doch an vielen Stellen neu erscheinenden Version des Bossa Novas „Desafinado“ kamen die Piraten der Karibik wieder einmal zum Einsatz. Immer ein Highlight und jedes Mal in neuen Ausschnitten und Bearbeitungen steigerten sich die „08er“ bei einer ihrer Lieblings- Filmmusiken noch einmal zu voller Größe. Das Publikum, das von Moderator Norbert Rink stets gut auf die Stücke vorbereitet wurde und dabei auch erfuhr, dass vor allem die vielen jungen Orchestermitglieder sich jedes Mal über diese Musik freuen, dankte es mit rauschendem Applaus, zumal die Musiker sich auch noch erfolgreich und hörenswert mit einer Gesangseinlage im Shanty-Stil präsentierten.

Mit dem George-Michael-Ohrwurm „Last Christmas“ in einer Swing-Version für Blasorchester von Andrew Watkin fand das Orchester des MVV 08 den Übergang zum weihnachtsbetonten Schlussteil des Konzertes. „Quem Pastores Laudavere“, der Choral der Hirten, leitete über zu Christmas Joy, dem immer wieder beliebten Medley aus zumeist sehr bekannten Weihnachtsliedern, arrangiert vom Niederländer Jan de Haan. Es entließ die Zuhörer nach einem gemeinsam gesungenen und gespielten „Oh du fröhliche“ stimmungsvoll, aber nie sentimental in die bevorstehenden Christtage.

chz

Quelle: op-online.de

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