Technik kann für 500.000 Euro modernisiert werden

Bleiben Schranken bald länger oben?

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Die CDU-Spitze und Bürgermeisterkandidat Carsten Helfmann (3. von rechts) erläuterten gestern Mittag, wie die Schrankenschließzeiten verkürzt werden könnten. Vorbei kommende Radfahrer fanden die Idee gut.

Ober-Roden - 2 800 Autofahrer, 400 Radler und 300 Fußgänger warten Tag für Tag vor der Schranke in der Dieburger Straße, bis die S-Bahn vorbeirauscht.

Während des Berufsverkehrs sind das bis zu acht Züge pro Stunde, da summieren sich die Schließzeiten schnell auf 20 Minuten und mehr. Die CDU sieht gute Chancen, die Warterei zu verkürzen. Das kann bis zu 500.000 Euro kosten. Die CDU-Vorsitzende Patricia Lips hatte gestern Nachmittag zusammen mit Bürgermeisterkandidat Carsten Helfmann, dem Ersten Stadtrat Jörg Rotter und Fraktionschef Michael Gensert zum Pressegespräch an den Bahnübergang in Ober-Rodens Mitte gebeten. „Die Situation hier kann und muss verbessert werden“, sagte Helfmann. Exakt gestoppte 5:01:47 Minuten waren die Schranken unten, als ein Zug aus Rollwald nach Ober-Roden fuhr. In der Gegenrichtung blieben die Schranken nur etwa halb so lange geschlossen, nämlich 2:10 Minuten.

Die meiste Zeit schauen die Wartenden auf einen leeren Übergang. Die Bahn begründet dies mit der Sicherungstechnik, die unterem anderem die Schranken schon runter gehen lässt, bevor der Zug überhaupt in den Bahnhof Rollwald einfährt. Das geht seit dem Start der S-Bahn vor 13 Jahren so. Helfmann hat sich des Dauer-Aufregers gleich nach der Nominierung als CDU-Bürgermeisterkandidat angenommen und zusammen mit der Parteivorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Patricia Lips Druck bei der Bahn gemacht. Eine Verkürzung der Schließzeiten ist möglich, teilte die Bahnspitze Mitte Januar mit. Dazu müssten das Steuerungssystem im elektronischen Stellwerk in Offenbach umprogrammiert sowie Signale und Schaltkontakte zwischen Nieder- und Ober-Roden umgesetzt werden. Das könne bis zu 500.000 Euro kosten. Lips und Helfmann gehen davon aus, dass die Stadt Fördermittel von Bund und Land bekommen kann.

„Eine Nullnummer für die Stadt wird’s aber nicht werden. Und selbst wenn wir keine Zuschüsse kriegen, wären 500.000 Euro gut angelegtes Geld“, würde Helfmann als Bürgermeister sogar einen Alleingang riskieren. Den würde er sich durch ein Bürgervotum absegnen lassen. Acht bis zehn Minuten pro Stunde blieben die Schranken mit neuer Technik länger offen. Wenn die Finanzierung steht, wäre die Technik laut Patricia Lips in etwa einem Jahr betriebsbereit. Während des S-Bahn-Baus Mitte der neunziger Jahre hätte die Bahn Ober-Roden untertunnelt - überwiegend auf eigene Kosten. Doch CDU und AL - damals noch ganz weit von einer Koalition entfernt - lehnten die Unterführung ab. Sie hätte Ober-Roden in zwei Hälften zerschnitten, lautete das zentrale Argument.

Volker Sparmann, seinerzeit Vorsitzender des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, hatte der Stadt Schrankenschließzeiten „wie eine Ampelschaltung“, also höchstens 180 Sekunden, versprochen, erläuterte der Erste Stadtrat Jörg Rotter die Historie. Die Realität sieht anders aus. Geschlossene Schranken nerven nicht nur die Wartenden oder lärm- und abgasgeplagte Anwohner. Sie provozieren auch gefährliche Situationen. Die Ordnungspolizei, so Rotter, beobachte immer wieder Fußgänger, die auf die Straßenmitte rennen, weil sich die Schranken dort zuerst heben. (lö)

Quelle: op-online.de

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