„Blinde“ wagten sich an den Turmbau

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Sich blind auf die Ratschläge und die Führung des Gegenübers einlassen – selbst zum Jenga-Spiel mit verbundenen Augen brauchte es einigen Mut dazu.

Ober-Roden - (chz) Vom Bauen und Einstürzen, vom Reden und doch nichts Verstehen und von Möglichkeiten, sich auch ohne Sprache auszudrücken, erzählte der Kinderkirchentag der evangelischen Kirchengemeinde Ober-Roden.

Das ganze Gelände an der Rathenaustraße war am Sonntag voll Aktion, als nach Begrüßung und einführenden Spielen die Geschichte vom „Turmbau zu Babel“ auch praktisch erlebt werden konnte. Pfarrer Oliver Mattes und sein bunt gemischtes Team führten die rund 60 Kinder zwischen vier und zehn Jahren an ihre Fähigkeiten und Grenzen heran: Gemeinsam gestalteten sie Bausteine, konstruierten die verwegensten Türme aus Blechdosen, Legosteinen, individuell gestalteten Umzugskisten oder auch aus Menschen - eine gar nicht so leichte Übung für die „Ecksteine“, die Teamer in der untersten Reihe.

Wem dieses Miteinander Spaß gemacht hat, der kann seine neu gewonnenen Freunde in der monatlichen Kinderkirche wieder sehen - das nächste Mal wegen der Herbstferien allerdings erst am 15. November um 11.15 Uhr im Gemeindehaus.

Über die Türme hinaus ging auch vieles ums Verstehen. Wie drücke ich mich aus, wenn niemand meine Sprache versteht? Eine bunte Gefühlsuhr mit Smileys für unterschiedliche Gemütslagen wurde gebastelt, und mit Geheimschriften und unsichtbarer Zitronensaft-Tinte tauschten sich die Kinder aus.

Und schließlich erfuhren die Kinder auch, wie man, selbst wenn man nichts sieht, in der Gemeinschaft helfen kann. Etwa mit einer Augenbinde die losen Steine in einem Jenga-Turm herausfühlen, sie entfernen und den Turm dadurch immer höher werden lassen. Geholfen haben hier die Partner, die einfühlsam die Hand des Blinden führten, ihn mit Worten auf die Klippen aufmerksam machten und ihn ermutigten.

Quelle: op-online.de

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