Blutspendetermin an der Nell-Breuning-Schule

Rotes Kreuz lässt Oberstufe bluten

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Abiturientin Sarah Meister, die Tochter des Vorsitzenden des DRK Uberach, hatte kräftig die Werbetrommel in der Nell-Breuning-Schule gerührt und wagte sich auch als Erste zum Spenden.

Ober-Roden - Nach den Gewerblich-technischen Schulen in Offenbach ist die Nell-Breuning-Schule (NBS) erst die zweite Bildungsstätte im gesamten Kreis, die einen Blutspendetermin in den eigenen Räumen hatte und wohl auch weiter haben wird. Von Christine Ziesecke

53 Spender, darunter 48 Neulinge, kamen in den roten Betreuungsbau. „Ein sehr gutes Ergebnis“, lobte das Rote Kreuz.

Fünf Mitarbeiter des DRK- Blutspendedienstes, zwei Ärzte und Mitglieder beider Rödermärker DRK-Ortsvereine waren unter den Helfern, die in der NBS ihre Station aufgebaut hatten. „Das dauert rund eine Stunde, aber das ist Routine für uns“, erläuterte Öffentlichkeitsbeauftragter Eric Marx, der den Oberstufenschülern nach ihrer Ruhephase noch einen kleinen Überblick über die Wege gab, die ihr Blut nun macht. Marx erklärte, dass die abgenommenen 500 Milliliter „Vollblut“ in einer ultraschnellen Zentrifuge in drei Bestandteile zerlegt werden: ins eiweiß- und volumenreiche Plasma, in die sauerstoffführenden Erythrozyten und die zur Heilung von Wunden helfenden Blutplättchen der Thrombozyten.

Idee zur Schul-Spende

Die Idee zur Schul-Spende kam von Sarah, der Tochter des Urberacher DRK-Vorsitzenden Günther Meister. Sie hielt die Zeit zwischen abgeschlossenem schriftlichem und bevorstehendem mündlichem Abitur für günstig. Oberstufenleiterin Christine Döbert hatte der Anfrage des Roten Kreuzes gerne zugestimmt und ebenso wie Sarah Meister kräftig die Werbetrommel gerührt. „Es gibt hier rund 100 Schüler über 18 Jahre, dem Mindestalter fürs Blutspenden. Da muss doch etwas machbar sein“, dachte sich Günther Meister. In Zeiten sinkender Spenderzahlen ist es für das Rote Kreuz durchaus wichtig, dahin zu gehen, wo die Menschen sind, und nicht zu warten, bis sie kommen. Dass von den rund 140 Lehrkräften nur sieben beim Spenden vorbeischauten, war diesmal verziehen, weil der 2. Mai gleichzeitig Europatag war und zahlreiche Klassen entweder unterwegs oder mit Projekten beschäftigt waren – doch es lässt noch viel Potenzial fürs nächste Mal offen.

Bei den jungen Erwachsenen war das vermeintlich schwache Geschlecht wieder mal das stärkere. Unter den ersten 20 Opferwilligen waren tatsächlich 18 Erstspender, aber nur vier junge Männer. Insgesamt waren 80 Prozent der Spender Frauen, 40 Prozent waren Schüler aus anderen Gemeinden. Mit 33 Schülern war der 13. Jahrgang am stärksten vertreten; er übernahm zudem auch die Verpflegung der Spender. Mit 10 Spendern war die 13d am stärksten vertreten. Viele der jungen Spender wären ohne den direkten Kontakt im Schulgelände wahrscheinlich nicht aktiv geworden.

Anstehen in der Anmeldeschlange

Abiturientin Theresa Weber (19) etwa fragte vor dem Anstehen in der Anmeldeschlange schon mal vorsichtig nach, ob ihr niedriger Hämoglobin-Wert, die Zahl ihrer roten Blutkörperchen, eine Spende überhaupt zulasse, und wurde vorab getestet. Der Wert von 13,8 lag im für Frauen vorgeschriebenen Rahmen zwischen 12,5 und 16. Damit wurde sie zum weiteren Pieksen freigegeben.

Erste auf der Spenderliege und damit mit gutem und aufmunterndem Beispiel voran war Sarah Meister (19), die bei der DRK-Teamchefin Johanna Smoler schon ihre dritte Spende abgab – kein Wunder bei dem familiären Hintergrund. Bei Thekla Stobbe, die ebenfalls zu den Ersten zählte, war"s das erste Mal: „Ich dachte; ich kann das hier ja mal gut ausprobieren.“

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Genau auf diesen Effekt hoffte das DRK. 40 Konserven und somit etwa 50 bis 60 Spender sollten es beim ersten Mal schon sein, damit sich ein regelmäßiger Spendentermin einzurichten lohnt. Dank der Resonanz von 53 Spendern wird die Aktion wohl wiederholt; das DRK dankt der Leitung der NBS für die Unterstützung. Die nächste reguläre Blutspende ist am 14. Mai im Mehrzweckraum der Halle Urberach.

Quelle: op-online.de

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