Bradford-Exchange

Spekulationen ums Tellermuseum

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Das Schicksal des Sammeltellermuseums hängt keineswegs in der Schwebe. Es bleibt in Ober-Roden, obwohl die Firma Bradford einen Teil des Gebäudes verkaufen will.

Ober-Roden - Ein „Zu verkaufen“-Schild vorm Sammeltellermuseum lässt die Gerüchteküche brodeln. Doch die Firma Bradford-Exchange beruhigt: „Wir bleiben in Ober-Roden.“

Das Unternehmen will einen Teil seiner Räume in der Johann-Friedrich-Böttger-Straße abstoßen, bestätigte eine Sprecherin der Geschäftsleitung gegenüber unserer Zeitung. Um welchen Teil des Gebäudes und des Grundstückes es sich handelt, wollte sie nicht sagen. Das 1991 eröffnete Tellermuseum, das einzige seiner Art in Europa, und das Lager, von dem aus Bradford Nord- und Westeuropa beliefert, bleiben erhalten: „Unsere Mitarbeiter haben deshalb auch keine Angst um ihren Arbeitsplatz.“

Bradford, so die Unternehmenssprecherin weiter, suche schon seit Monaten nach einem Käufer für mehrere hundert Quadratmeter Gewerberäume - unter anderem mit besagtem Schild. Doch erst seit es direkt vor der Tür stehe, falle es auf. Seither würden besonders Museumsbesucher und Paketdienste fragen, ob Bradford Ober-Roden verlässt. Bradford hatte 1991 im Industriegebiet das Museum und die Tellerbörse gebaut. Die Stadt würdigte diese Entscheidung, indem sie die Straße am Firmensitz nach Johann Friedrich Böttger benannte. Der Chemiker stellte 1708 das erste Porzellan in Europa her.

Das Sammeltellermuseum zeichnet sich durch eine ausgefallene Architektur aus: Schwebende Vitrinen bieten Platz für etwa 1 500 Exponate von Malern aus 18 Ländern. Als Ausstellungsobjekte haben die Teller durchaus noch ihre Liebhaber. Im Alltagsgeschäft spielen sie indes so gut wie keine Rolle mehr, von der Bradford-Internetseite sind sie - von zwei Ausnahmen abgesehen - verschwunden. Bradford konzentriert sich auf andere Sammelobjekte aus Porzellan wie zum Beispiel Puppen, Uhren, Spieluhren und Weihnachtsschmuck. 

(lö)

Quelle: op-online.de

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