Brand in einer Gas-Firma

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Jeder hat mal klein angefangen - auch bei der Jugendfeuerwehr können die Jüngsten oft nur zuarbeiten. Doch das ist die Grundlage ihrer späteren verantwortungsvollen Tätigkeit.

Urberach (chz) ‐ Um 12.12 Uhr ging der Notruf ein, kurz danach kam die Feuerwehr Urberach zum Einsatzort. Bei der Firma Gas Müller im Taubhaus war auf einem mit Gasflaschen beladenen LKW „F II“ ausgebrochen, ein Brand nach einer Explosion.

Dichter Nebel stand nicht nur in der Fahrzeughalle, sondern drang durch alle Ritzen. Fünf Personen wurden vermisst.

Gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr Urberach nutzten die Jugendfeuerwehr Offenthal sowie die Johanniter-Jugend dieses lebensnahe Szenario für ihre Jahresabschlussübung. Mit drei Lösch- und einem Tanklöschfahrzeug kamen die rund 30 Urberacher Jugendlichen angefahren; erst musste die Ausgangslage des von Thomas Weber ausgearbeiteten und von Frank Messenzehn geleiteten Einsatzes sondiert werden.

Handschuhe und Helme waren für die zum Teil gerade mal zehn Jahre jungen Wehrmitglieder so groß, dass sie mehr damit als mit den Geräten kämpfen mussten. Ansonsten waren sie mit Feuereifer bei der Übung, rollten Schläuche, schleppten Spritzen oder trugen Verletzte zur Verbandsstelle.

Wichtig, dass Jugendliche das Gelernte praktisch anwenden

Ungewöhnlich ausdauernd und Mark und Bein erschütternd spielte Andreas Witzel eine gute Stunde lang den Verletzten, dem bei einer Explosion die Fingerkuppe abgetrennt worden war und der von der Jugendgruppe der Johanniter Unfallhilfe fachkundig stabilisiert und betreut werden musste.

Jennifer Kohler, Nico Lenhard, Cenk Odabas und Dummy „Fred“ spielten die im Gelände Vermissten und Verletzten. Vor allem aber Andy Witzel, der seine Verletzung mit einem abgerissenen Finger so lebensnah durchlebte, dass sowohl die jungen Feuerwehrleute wie auch die Jugendabteilung der Johanniter ihn sehr besorgt und sehr ernsthaft verarzteten und auch die zahlreichen Zuschauer verunsichert waren, ob der begabte Schauspieler vielleicht doch echt litt. Hose oder Jacke aufschneiden, Puls messen, Erstversorgung, Isolierverpackung - alles wurde von den Übenden erst vorsichtig, dann aber nach Ermunterungen der Übungsleiter wie theoretisch gelernt zügig angewandt.

Es ist unheimlich wichtig für die Kinder und Jugendlichen, das, was sie jetzt das ganze Jahr über in der Theorie gelernt haben, auch endlich mal praktisch anwenden zu dürfen. Schließlich opfern die jungen Leute nach der durchgehend längeren Schulzeit heutzutage vieles von ihrer wenigen Freizeit für die Vorbereitung auf den Dienst am Nächsten“, erläuterte Pressesprecher Jan Wilde den großen Aufwand des Übungswochenendes.

Brennender Lkw war der Höhepunkt

Die angehenden Floriansjünger standen ein intensives und massiertes Arbeitsprogramm durch. Ohne große Pausen wurden sie zu einem (Übungs-)Einsatz nach dem anderen gerufen: beim Geflügelzuchtverein war ein Baum auf die Straße gefallen, im Birkenhof in der Römerstraße war eine Person unter Strohballen eingeklemmt. Eine Gartenhütte brannte im Sperberweg, und bei der Autofirma Szamatulski verlangte plötzliche Rauchentwicklung rasches Eingreifen. Auf dem Häfnerplatz musste bei einer sehr realistisch vorgespielten Schlägerei „First responder“ geübt werden, eine Ersthilfe ohne Hilfe von außen. Am Schwimmbad brannte ein PKW, und eine Personensuche im nächtlichen Wald am Wasserberg auf der Bulau zog sich sehr viel länger als erwartet hin. Dafür wurde den Kindern und Jugendlichen der Einsatz, der für 4 Uhr morgens im Plan stand, erlassen - so bekamen sie auf ihren Feldbetten im Saal der Feuerwache wenigstens ein paar Stunden Schlaf. Nach weiteren realistischen Übungen war der brennende LKW im Gaslager schließlich der Höhepunkt des ganzen Feuerwehrjahres. Nun geht es den Winter über in die theoretische Ausbildung.

Quelle: op-online.de

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