MTV braucht frisches Geld

Urberach - (lö) Als erster Großverein in der Region muss der MTV seine Mitglieder durch eine Umlage und Zusatzbeiträge zur Kasse bitten. Nur mit frischem Geld kann er Schulden tilgen und seine Hallen in Schuss halten.

Aktive müssen 50 Prozent eines Jahresbeitrags überweisen. Passive und fördernde Mitglieder sind von der Umlage befreit. TaekWonDo-Sportler und Schwimmer zahlen außerdem 30 Euro extra, weil in diesen Abteilungen der Beitrag nicht zur Deckung der Wettkampfkosten reicht.

Der Vorstand hatte zum zweiten Mal in diesem Jahr eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, um diesen unpopulären, aber unumgänglichen Weg aus der Finanzkrise beschließen zu lassen. Weitere Kredite - sofern die Banken sie bewilligt hätten - oder drastische Einschränkungen im Sportbetrieb seien die Alternativen. 138 der rund 1 800 MTV‘ler nahmen an der Versammlung teil. 100 stimmten für Umlage und Zusatzbeiträge, 31 stimmten dagegen, erklärte Verwaltungsvorstand Werner Burmeister gestern gegenüber unserer Zeitung. Die Diskussion sei überaus sachlich verlaufen. Vom Sonderkündigungsrecht wegen der Umlage hätten bisher nur zehn Mitglieder Gebrauch gemacht.

Die Umlage soll knapp 90.000 Euro in die Kasse bringen. Einzelmitglieder müssen 67 Euro zahlen, eine vierköpfige Familie 168 Euro. Die Umlage darf nur einmal erhoben werden und wird für drei Bereiche verwendet.

Ein Drittel dient zum Schuldenabbau. Nur dann kann der MTV neue Kredite aufnehmen, wenn wieder große Reparaturen anstehen. Das zweite Drittel wird für die Instandsetzung und Energieoptimierung der Beleuchtung in der großen Halle eingesetzt, mit dem Rest will der Vorstand Rücklagen bilden. Denn Alter und Bausubstanz der Hallen lassen vermuten, dass mittelfristig weitere Reparaturen und Sanierungen fällig sind. Werner Burmeister und Sportvorstand Horst Möhwald hatten den Finanzierungsbedarf für die nächsten 10 bis 15 Jahre Mitte Juni auf rund eine halbe Million Euro geschätzt.

Das dritte Drittel erstattet der Gesamtverein dem Geschäftsbetrieb „Tennishalle“ zurück. Dessen Überschüsse dienten in der Vergangenheit quasi als interne Darlehen. Die Rückerstattung bildet den finanziellen Grundstock für einen neuen Boden in der Halle.

Eine separate Finanzierung ist zwingend notwendig, weil die Tennishalle ein Geschäftsbetrieb ist und nicht mit den Geldern aus Mitgliederbeiträgen vermischt werden darf.

Quelle: op-online.de

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