Braun tritt nach Drohung zurück

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Werner Braun

Urberach ‐ Viktoria-Präsident Werner Braun ist überraschend von seinem Amt zurück getreten: Er sei so sehr bedroht geworden, dass er Angst um seine Gesundheit hat, bestätigte er gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Braun hat die Polizei eingeschaltet. Von Michael Löw

Auf deren Anraten will er keine Einzelheiten über die Art der Bedrohung und mögliche Urheber äußern.

Werner Braun ist sicher, dass sie mit seiner Tätigkeit an der Viktoria-Spitze zusammenhängt. Vor zwei Jahren wurden an seinem Auto schon die Reifen zerstochen und der Lack zerkratzt. Aber die Drohungen jetzt haben eine ganz andere, Besorgnis erregende Dimension.

Braun ist seit 48 Jahren Mitglied beim FC Viktoria Urberach. Im Januar 2009 übernahm er den Vorsitz, nachdem Dietmar Schrod nach nur fünf Monaten aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten war. Braun war zuvor im Präsidium für den Sport verantwortlich.

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar von Michael Löw.

Die Viktoria-Fußballer waren ein halbes Jahr zuvor in die Hessenliga aufgestiegen und standen an der Tabellenspitze. Parallel zum Aufschwung der Fußballer organisierte er das Fest zum 100. Jubiläum. Beachtung über Rödermark hinaus fand voriges Jahr auch ein von ihm mit initiiertes Toleranz- und Fairness-Projekt für Eltern junger Fußballer.

Dass er als Chef eines 600-Mitglieder-Vereins auch mal angeeckt sein kann, will Werner Braun nicht ausschließen. Klar ist aber auch: Drohungen und Sachbeschädigungen sind kein Weg in einem Streit über die Richtung eines Vereins. Ältestenrat und der übrige Vorstand müssen nun eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Dann müssen die Viktoria-Mitglieder zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren einen neuen Präsidenten wählen. „Ich werde den Verein aber nicht im Stich lassen“, verspricht Braun. Er will bereits angeschobene Projekte wie die Photovoltaik-Anlage auf dem Tribünendach zu einem guten Ende bringen. Das sei er dem FC Viktoria schuldig.

Quelle: op-online.de

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