Briefmarken sehr gut nachgefragt

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Sehr gut besucht war die 19. Vereinsversteigerung des Briefmarkensammler-Vereins im Bücherturm. 

Ober-Roden - Briefmarken sammeln – als Hobby ist das zumindest bei der Jugend nicht mehr der große Renner. Und die langjährigen Hobby-Philatelisten werden auch nicht gerade jünger.

Trotzdem gelang es dem Briefmarkensammler-Verein Rödermark, in seiner 19. Vereinsversteigerung am Wochenende das höchste Ergebnis seiner Geschichte zu erzielen.

„Komm, ich zeig dir meine Briefmarkensammlung“ – als Anmachspruch für einen kuscheligen Abend sicher nicht mehr zu gebrauchen, aber alljährlich am letzten Samstag im November bei der Auktion der Briefmarkensammler-Vereins ausgesprochen werbewirksam. So waren die Plätze im Graf-Reinhard-Saal im Bücherturm gut besetzt. Die Stunde, in der die zu versteigernden Lose besichtigt werden konnten, wurde gut genutzt. 28 Bieter saßen im Saal. Dazu lagen Gebote von zwölf Bietern schriftlich vor, als Vorsitzender Klaus Karius die 19. Versteigerung eröffnete.

Bei Familie Karius haben Briefmarken Tradition. In der ersten Reihe seine beiden Enkel Ben (8) und Tom (12), neben ihm als Schriftführerin und Kassiererin Tochter Antje, die - obwohl sie extra aus Reiskirchen angereist kommt - dem Vater zuliebe die Aufgabe ihrer verstorbenen Mutter übernimmt: mitschreiben, rechnen, kassieren. „Letztes Jahr hatten wir ein sehr gutes Ergebnis. Wenn sich das bestätigt, dann bin ich zufrieden“, hofft Klaus Karius vor der Auktion.

Viele der Lose finden gar keine Interessenten, bei anderen melden sich bis zu vier Bieter gleichzeitig. Dazu kommen zahlreiche telefonisch eingegangene Gebote. Nach dem Aufruf der letzten Katalognummer ist der gesamte Vorstand angenehm überrascht. Mit gut 6 000 Euro in der Kasse (alles vor Ort bar bezahlt, mit Ausnahme der schriftlichen Gebote) war es die umsatzstärkste Versteigerung des Vereins aller Zeiten.

„Wahnsinn! Wir hatten wirklich ausnehmend interessante und gute Lose heute, da waren echte Knaller dabei. Berlin ging nicht weg, DDR ging nicht weg – das haben die meisten inzwischen; und trotzdem so ein tolles Ergebnis“, freute sich der Vorsitzende.

Von alt bis modern, Deutsches Reich, Danzig vor dem Krieg; Deutschland, Europa, Übersee; Zubehör wie Alben mit und ohne Marken, Kataloge – mit dabei waren Lose mit bis zu 400 Euro Einzelwert.

Prüfende Blicke vor der Auktion.

„Ich muss ja auch mit dem vorlieb nehmen, was eingeliefert wird, aber diesmal waren wirklich tolle Sachen dabei.“ Davon profitiert auch der Verein. Je fünf Prozent vom Einlieferer, falls sein Los verkauft wird, und vom Ersteigerer kommen ihm zugute.

Wie es mit dem Verein weitergeht? Derzeit sind – wie schon seit längerer Zeit – 40 Erwachsene und 14 Jugendliche Mitglied, darunter zwei neue. Die Jugendarbeit – natürlich auch in Händen des Vorsitzenden – zahlt sich nur wenig aus. Die halbjährigen Kurseinheiten, die Karius acht Jahre lang in der Trinkbornschule hielt, hat er eingestellt. „Es ist sehr vereinnahmend – jede Woche eine feste Stunde, und das natürlich ehrenamtlich. Das ist viel.“

Nun arbeitet er der generellen schulischen Entwicklung entsprechend in Projekteinheiten. „Die Trinkbornschule etwa lädt mich generell zu Projektwochen ein. Das mache ich gerne. Und in die Schule an den Linden würde ich auch wieder gehen, wenn Interesse bestände.“

Die Zukunft vor allem der arbeitsintensiven Auktionen ist ungewiss. „Die 20. im nächsten Jahr mache ich noch, aber dann sollte es Schluss sein.“ Schließlich ist gerade die Vorbereitung einer Versteigerung weit aufwändiger als es der Bieter merkt.

„Im August geht das mit den Einladungen los. Dann muss alles gelistet, gedruckt und verschickt werden.“ Was passiert, wenn sich kein Nachfolger findet? „Dann muss ich zumindest noch mal mit mir reden.“

Die nächsten Termine des Briefmarkensammlervereins Rödermark, der auch viel Geselliges zu bieten hat und vor allem beim alljährlichen Volkslauf stets vorn dran ist:

  • Am 21. Januar 2013 ist Jahreshauptversammlung im Versammlungsraum, am 18. Februar und weiter monatlich ist der nächste Tauschabend im Bücherturm der Stadtbücherei.
  • Am 30. November 2013 gibt’s dann die 20. (und womöglich letzte) Auktion.
  • Kontakt: Klaus Karius, Tel.:  06074 847112, karius-roedermark@t-online.de.

chz

Quelle: op-online.de

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