„Brotkorb“: Kosten klettern

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Urberach - (chz) Gutes tun und darüber reden - das ist eine der Devisen von Peter Müller, Geschäftsführer des Gewerbevereins Rödermark und Major der prinzlichen Hofgarde der TG Ober-Roden. In deren Namen übergab er dem „Rödermärker Brotkorb“ die närrische Summe von 555 Euro. Dessen Mitarbeiterinnen Renate Eigenbrodt und Martina Franke freuten sich herzlich über das Bare in großen Scheinen.

Die ehemaligen Prinzen, die sich in der Hofgarde zusammengefunden haben, lassen alle zwei Jahre von Theo Koser einen Anstecker entwerfen und von der Galvanic-Firma Hitzel produzieren, der ähnlich dem Kerb-Button ein historisches Motive zeigt. Für drei Euro kann der Button erworben werden; die Einnahmen kommen stets einem karitativen Zweck zu Gute, von der Indien-Hilfe über Caritas und Haus Morija bis diesmal zum Brotkorb. „In diesem Jahr wurden sie mir richtig aus den Händen gerissen - innerhalb von 30 Minuten hatte ich 40 Stück verkauft“, freute sich Peter Tschötschel, der gemeinsam mit Jörg Rotter als Vertreter der Prinzen der letzten Jahre bei der Übergabe dabei war. „Wir sind eigentlich ein sehr exklusiver Club, den es in ganz Hessen nicht noch einmal gibt: derzeit 14 Mitglieder, die alle einmal Prinz gewesen sein müssen - man kann nicht gewählt werden, kann sich nicht einkaufen, nichts!“

Nicht alle Prinzen lassen sich darauf ein - schließlich müssen sie ihre schmucken Uniformen selbst bezahlen, und das sind vom Hut bis zu den eigens angefertigten Stiefeln samt Glockenband schon mal locker 1 700 Euro. „Dass die Stiefel gut aussehen, ist das eine; in die Stiefel gut hineinkommen, ist das andere Ding“, berichtete Rotter aus seiner jüngsten Erfahrung. Da braucht‘s schon mal Kunststoff-Gefrierbeutel quasi als Schuhanzieher zum Hineingleiten. Auch die oft gewünschte Perücke steht noch zur Diskussion - derzeit wird sie aus Wärmegründen noch mehrheitlich abgelehnt.

Probleme, die dem „Brotkorb“ fremd sind - der hat ganz andere Sorgen: Mit der erschreckend anwachsenden Zahl notleidender Kunden stieg auch das Raumproblem in der Petrusgemeinde, die zu Beginn vor knapp drei Jahren freiwillig ihren Keller zur Verfügung gestellt hatte. Inzwischen ist bei einer wöchentlichen Zahl von rund 65 bis 70 Kunden und deren Kinder der enge Flur zu eng geworden; die Gemeinde hat nun intern umbelegt und stellt an jedem Donnerstag Nachmittag einen zweiten, größeren Raum zur Verfügung, in dem sich die Wartenden aufhalten und vor allem die Möglichkeit haben, ihren Kommunikationsbedürfnissen nachzukommen. „Die zweckgebundenen Spenden für die Beschaffung von Lebensmitteln sind im vergangenen Jahr erfreulich hoch gewesen, rund 10 000 Euro einschließlich der Kollekten bei Gottesdiensten; doch auch die Betriebskosten nehmen ständig zu“, bescheinigen die Petrus-Pfarrer Sonja und Oliver Mattes. Deshalb wendet sich das Pfarrerin Sonja Mattes derzeit mit einem Brief an die Stadt, an Parteien und an die anderen Kirchengemeinden und hofft auf eine Beteiligung aller an den Kosten.

Quelle: op-online.de

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