Feurige Stimmung bei Brückenfest

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Das Spiel mit dem Feuer, das Michael Gerstel (als Gast des Familienzentrums Liebigstraße) nach allen Regeln der Kunst beherrschte, faszinierte junge wie alte Brückenfestbesucher.

Urberach (chz) - Brücken bauen zwischen den Generationen, Nationalitäten und auch zwischen den Orts- und Stadtteilen – dazu war das von der Stadt angebotene Brückenfest rund ums Urberacher SchillerHaus optimal geeignet.

Mit dessen vielen unterschiedlichen Nutzern war schon eine große bunte Gruppe Festbesucher gewährleistet. Dazu kamen zahlreiche aufgeschlossene und auch neugierige Menschen aus der ganzen Stadt. Sie ließen sich gefangen nehmen von der vielfältigen Kultur, die sich hier darstellte. Die Verlegung des Brückenfestes von der Wiese am Entenweiher, wo es vor mehreren Jahren gefeiert worden war, hin zum SchillerHaus sorgte für weit mehr Teilnehmer mit ausländischen Wurzeln als damals – eine durchaus willkommene Konsequenz.

Erstmals war deshalb auch das inzwischen fünfte Kinderfußball-Turnier im Rahmen des Rödermärker Generationensommers auf die Straße umgezogen. In zwei „Spielkäfigen“ kämpften insgesamt elf Mannschaften unter dem Motto „Nein zu Rassismus und Gewalt“ um Punkte, T-Shirts und Urkunden.

Die Organisatoren Wolfgang Geiken-Weigt, Leiter der Abteilung Soziale Dienste der Stadt, und seine Mitarbeiter oder Heinz Weber und sein Team vom Seniorenbeirat freuten sich, die Kinder von sechs bis zehn Jahren nebenbei am Schluss auch mit vielen gesponserten Fanartikeln für die laufende Europameisterschaft belohnen zu können.

Respekt gegenüber dem anderen

René Hirsch, Jugendtrainer vom FC Viktoria Urberach, konnte wieder feststellen, dass die wichtigsten Kriterien wie Respekt gegenüber dem anderen, aktive, aber faire Beteiligung, Ballabgabe anstelle des alleinigen Ballbesitzes und vor allem aber ein freundliches Miteinanderumgehen problemlos anerkannt und eingehalten wurden, und dass auch die Eltern am Rand fair und fröhlich miteinander konkurrierten.

Dass Spieler und Fangemeinde nicht hungerten, dafür sorgten die Kita Lessingstaße und die Elternlotsinnen des Familienzentrums Liebigstraße, der Ausländerbeirat ebenso wie der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein und die „FAMILIENwerkSTADT“ des Kreises Offenbach.

Die „Buben vom SchillerHaus“

Vertrauen in die entgegen gestreckte Hand von Sozialarbeiterin Jutta Winhold – beim Slack Line, dem Balancieren über ein schmales Band, ist es nötig für Jazba (11).

Bunt gemischt gings bei allen Leckereien zu, ebenso bunt gemischt wie auf der Bühne, wo sich türkische Saz - von Alt und Jung gespielt - mit Keyboard und heimischem Rap abwechselte. Die „Buben vom SchillerHaus“, alle drei Teilnehmer am Rap-Workshop des Rödermärkers G-Row, bewiesen ihr Können ebenso wie G-Row selbst am Ende des Festes mit „Orwish Finest“ – musikalische Brücken zwischen Generationen und Nationen. Die Kinder- und Jugendfarm Rödermark lud zu gemeinsamer Bewegung ein – beim Diabolo-Spiel ebenso wie beim Slack-Linen, der Balance über dem dünnen Seil. Im SchillerHaus demonstrierten der Mainzer Künstler Orhan Erdogan und seine Schülerin Nezrin Cosgun, wie die „Ebru“, die türkische Kunst des Papiermarmorierens, funktioniert, und wie schön die Ergebnisse ausfallen. Leuchtender Höhepunkt eines lebendigen Festes, das viele Brücken spannte, war der Feuerkünstler Michael Gerstel, der über das Familienzentrum Liebigstraße den Weg nach Urberach gefunden hatte. Der ausdrucksstarke Feuerspucker zog junge wie alte gleichermaßen in Bann.

„Mit dem Brückenfest wollen wir das Zusammenleben in Rödermark und das bürgerschaftliche Engagement fördern“, formulierte es Bürgermeister Roland Kern, und Hidir Karademir vom DTF brachte es auf den räumlichen Punkt: „Das SchillerHaus ist ein Segen für Rödermark.“

Quelle: op-online.de

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