Erfolgreiche Bohrung am Braaret-Bernsche

Ein Brunnen auch für Ebbelwoi

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Letzte Arbeiten im Brunnenschacht: Dieter Müller von der Breidert-Initiative kennt das Braaret-Bernsche von innen und außen.

Ober-Roden - Die Initiative „Wir sind Breidert“ ist bei ihrer Arbeit am Braaret-Bernsche einen entscheidenden Schritt weiter. Die Brunnenbohrung war erfolgreich: Das Wasser fließt, auch wenn es noch etwas gewöhnungsbedürftig schmeckt. Von Christine Ziesecke 

Ein zweiter Hahn ist eingebaut, damit man eines Tages am Brunnen auch Ebbelwoi zapfen kann. Vor mehr als fünf Jahren, als die Initiative die ersten Visionen zum Aufräumen und Wiederbeleben der Anlage formulierte, wurde dieser Traum belächelt. „Ja ja, Wasser soll wieder fließen – warum nicht gleich Ebbelwoi?“ Diesen und viele ähnliche Sprüche bekam das Team immer wieder zu hören, so lange, bis es dies wohl selbst geglaubt und schrittweise auf den Weg gebracht hat.

Das Börnchen wurde erst einmal ebenso wie der benachbarte Pavillon rundum gerodet und optisch aufgewertet, dann ging man seinem Innenleben auf den Grund. Der Brunnenschacht wurde „entrümpelt“. Einer derer, die das Bernsche am längsten kennen und am meisten damit zu tun hatten, ist neben dem kräftigen Unterstützer Karl Gotta auch Carlo Rebel, der dem meist etwa sechsköpfigen Team seine Vorstellungen vermittelte. Ein kleiner Revisionsschacht wurde gegraben und dieser mit dem eigentlichen Brunnen verbunden. Die Bohrung konnte von der Erdoberfläche aus knapp vier Meter tief geführt werden.

Alle haben sie geholfen: Heinz Diederichs, Rolf Sturm, Martin Glaser (der „Bergbauingenieur“), Rudi Schleicher, Dieter Müller, Wilhelm Deelmann, Peter Berger, Gerd Gries (der „Landschaftspfleger“, der schon mal den Wald fegt), Herbert Weber, Rudolf Benk und schließlich Heinz Weber und Karlheinz Weber, alle mit ihren unterschiedlichen Begabungen, waren immer dabei, wenn es ihnen möglich war. Auch der städtische Betriebshof half unter anderem mit einem Lochspaten aus.

Das Bohren in diesem Frühjahr hat sich gelohnt: Schon bei 1,50 Meter stand das Nass im Drei-Meter-Rohr bis oben an der Erdkante. Nach weiteren 1,60 Meter fängt es richtig an, hier ist auch ein sogenannter „Kartoffelsackfilter“ zwischengeschaltet. Hier hat die Pumpe genug zu arbeiten. Im Endstadium werden zwei Hähne aus dem Rohr ragen. Der Probelauf wurde gefeiert. Im Moment erinnert das geförderte Nass eher an eine Heilquelle: Das Wasser riecht und schmeckt noch recht schwefelhaltig – also doch bald „Bad Breidert“? Doch das wird sich wohl noch regulieren, so sehr gesund muss es denn doch nicht schmecken.

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Und was passiert mit dem Sand, der bis auf drei Meter Tiefe ausgegraben werden musste? „Damit refinanzieren wir unsere Ausgaben etwas – wir füllen ihn in kleine Gläser ab und geben ihn gegen eine Spende, beschriftet als ‚Sand aus dem Braaret-Bernsche unterhalb der Erdoberfläche’ an Interessierte ab“, weiß der Marketingstratege in der Gruppe es sofort umzusetzen.

„Wenn’s schließlich richtig funktioniert, werden wir ein Fest feiern: Dann kommt unten Wasser und oben Ebbelwoi aus den beiden übereinander gelegten Hähnen – damit gleich Gespritzter abgefüllt werden kann.“ Wie die Zuhörer belehrt wurden, braucht der Ebbelwoi den längeren Weg ins Glas, um dabei Sauerstoff aufzunehmen. „Wir arbeiten hier schließlich qualitativ hochwertig“, sagte einer – woraus zu entnehmen ist, dass die Truppe mit einer gehörigen Portion Selbstironie und mit sehr viel Spaß diese langwierige Aktion unternimmt.

Doch versprochen ist halt versprochen: „Aus dem Braaret-Bernsche werden eines Tages Wasser und Ebbelwoi fließen“, versprachen die Macher vor über fünf Jahren. Wasser fließt schon und die technischen Voraussetzungen für den Ebbelwoi sind gelegt. Und Hobby-Barde Wolfgang Seitz dichtet schon an einer neuen Strophe seines Braaret-Bernsche-Liedes.

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Quelle: op-online.de

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