Am Samstag, 12. August

Aus Brunnen fließt der Eppelwoi

Ober-Roden - Dank Initiative der Gruppe „Wir sind Breidert“ fließt nach etwa 50 Jahren erstmals wieder Wasser aus dem Braaret-Bernsche. Dies wird am Samstag, 12. August, gewürdigt. Ab 15 Uhr fließ dann nicht nur Wasser, sondern auch Ebbelwoi aus dem Hahn!

Nachforschungen zum Braaret-Bernsche (Breidert-Born) bringen nur magere Ergebnisse. Die Breidert-Gruppe nimmt an, dass die Quelle seit der Zeit des 30-jährigen Kriegs, wahrscheinlich schon seit der fränkischen Besiedlung, vorhanden war und dass der Breidert-Born nach dem 30-jährigen Krieg seine Bedeutung am Verbindungsweg von Ober-Roden nach Babenhausen hatte. Dieser Weg wird heute noch als Pilgerweg nach dem Wallfahrtsort Walldürn begangen. Brunnen hatten zu jeder Zeit eine wichtige Bedeutung als Wasserspender für Hirten, Wanderer, aber auch für Kriegsheere außerhalb geschlossener Siedlungen, und natürlich für die Ortsbewohner in den Zentren der Dörfer und Städte.

Nachweislich ist das Breidert-Börnchen erstmals in einer Flurkarte aufgeführt, in der die Flureinteilung vom Mittelalter bis 1820 dargestellt ist. Ältere Einwohner von Ober-Roden erinnern sich noch an den Zustand des noch sprudelnden Breidert-Brunnens in den Dreißigerjahren. Damals war das „Braaret-Bernsche“ ein beliebtes Wanderziel der Owerräirer. Aus dieser Zeit existieren auch noch zwei Fotoaufnahmen.

Baufirma errichtete eine Schutzhütte

1963 ließ die Baufirma Gotta & Söhne die Quelle neu einfassen und errichtete eine Schutzhütte. Zu dieser Zeit spendete das Börnchen zwar noch Wasser, aber nur noch als schwaches Rinnsal. Nachdem 1967 mit der Bebauung des Breidert begonnen wurde, sank der Grundwasserspiegel erheblich ab. Das Bernsche vertrocknete, das Gelände darum herum verwahrloste.

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Es dauerte dann bis 1994, bis die ehemaligen Kerbborsche von 1992 die Brunnenfassung und die Umgebung in einen ordentlichen Zustand versetzten. Erste Gespräche über den Zustand des BraaretBernsche wurden geführt. Im April und Mai 1994 folgten den Gedankenspielen dann Taten. Der Brunnen und dessen Ablaufrinne wurden komplett frei gelegt. Erste Reparaturarbeiten an dem Pavillon wurden durchgeführt. In den Folgejahren mussten immer wieder Vandalismusschäden beseitigt werden.

Im Herbst 2011 taten sich die Kerbborsche 82/83 und die Initiative „Wir sind Breidert“ zusammen, um das Gelände zu säubern und den Pavillon zu reparieren. Den Impuls dazu hatten Christine Ziesecke und Karl Gotta gegeben. Da entwickelte sich in den Köpfen der Akteure dann auch die Vision, dass aus dem Bernsche irgendwann wieder Wasser fließen sollte. Am 20. April 2017 schließlich erbrachten Bohrungen in vier Meter Tiefe ein Wasservorkommen. Seit 5. Mai sprudelt die Quelle wieder. (bp)

Quelle: op-online.de

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