Engagement für ein sauberes Rödermark

209 Bürger greifen zum Müllsack und sammeln den Dreck anderer auf

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Die Quartiersgruppe Urberach sammelte an der Rodau und der Ober-Rodener Straße.

Rödermark - Unangenehme Fundstücke bei angenehmen Frühlingstemperaturen - mehr als 200 Bürger machen mit beim Gemarkungsputz. „Coffee to go“-Becher erwiesen sich dabei als zunehmendes Müllproblem.

209 Bürger machten auf Einladung der Stadt beim Gemarkungsputz mit. Über mangelnde Arbeit konnten sich die Teilnehmer, darunter 54 Kinder, nicht beklagen. Die Mehrheit hatte sich bereits im Vorfeld angemeldet, es wurden am Samstag aber auch rund 30 Kurzentschlossene beim städtischen Betriebshof in der Albert-Einstein-Straße begrüßt. Dort gab es die Arbeitsmaterialien und es erfolgte die Einweisung der Gruppen.

In den vergangenen Jahren betrug die durchschnittliche Sammelmenge 15 Kubikmeter, bzw. rund 2,5 Tonnen. Matthias Kroneisen vom Geschäftsfeld Abfall der Kommunalen Betriebe geht davon aus, dass es in diesem Jahr ein ähnliches Sammelergebnis gibt. Genau kann man das sagen, wenn die von den Teilnehmern an mehreren Punkten abgestellten Müllsäcke von den städtischen Mitarbeitern abgeholt worden sind. Die Teilnehmerzahlen beim Gemarkungsputz blieben konstant, im vergangenen Jahr hatten 204 Bürger mitgemacht.

Beim städtischen Betriebshof in der Albert-Einstein-Straße bekamen die Teilnehmer die Arbeitsmaterialien für den Frühjahrsputz.

Die Teilnehmer freuten sich am Samstag über angenehme Frühlingstemperaturen. Unangenehm sind dagegen oft die Fundstücke, auf die man beim Gemarkungsputz stößt. „Als wir das erste Mal dabei waren, hatten wir eine komplette Haushaltsauflösung gefunden“, erinnerte sich Britta Graf, die mit den Edelweiß-Chören schon viele Jahre beim Gemarkungsputz dabei ist.

Weit öfter, so berichtete ihr Mann Hugo, stoße man auf „Coffee to go“-Becher, die Autofahrer kurzerhand aus ihren Wagen werfen. „Das müsste man umbenennen in ‘Coffee to fly‘“, versuchte Hugo Graf das Problem mit Humor zu nehmen. Die Edelweiß-Chöre sammeln beim Gemarkungsputz immer am Ortsrand rund um das BSC-Gelände.

„Jeden von uns ärgert es, wenn er irgendwo spazieren geht und sieht den Müll. Da kann man einmal im Jahr mitmachen und für Abhilfe sorgen. Schade, dass die nicht mitmachen müssen, die den Müll hinschmeißen. Dann wären sie vielleicht sensibilisiert“, so Britta Graf. „Der meiste Abfall liegt an den Hauptdurchfahrten, weil die Leute immer mehr aus dem Fenster werfen. Teilweise sogar kleinere Abfallsäcke“, berichtete Matthias Kroneisen Die größte Gruppe beim Frühlingsputz stellte die Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde, die zum vierten Mal dabei war und deren Sammelgebiet an der Kapellenstraße und am Radweg an der B459 nach Waldacker lag. 25 Personen hatten sich vorangemeldet, letztlich waren es sogar noch ein paar mehr Teilnehmer.

Die C-Jugend der Viktoria war rund um ihr Vereinsgelände unterwegs.

Zehn oder mehr Personen boten auch der Flugmodellsportklub, die Andere Liste, die Freie evangelische Gemeinde, die Kolpingsfamilie Ober-Roden, der Deutsch-Türkische-Freundschaftsverein, die Initiative, „Wir sind Breidert“, die Urberacher Pfadfinder und die Quartiersgruppe Urberach auf. Auch ein Teil der C-Jugend von Viktoria Urberach war mit dabei. Sie waren rund um das Gelände ihres Vereins im Einsatz. Unter anderem fanden sie Sprühdosen, Teppiche und leere Wodka-Flaschen.

Erster Stadtrat Jörg Rotter lobte: „Die Vereine und Initiativen sind immer eine gute Bank. Es ist aber schön, dass auch viele Privatpersonen mit dabei sein.“ So war etwa eine zwölfköpfige Gruppe um Sandra Henning in der Gegend rund um den TS-Sportplatz unterwegs. Die Kindergärten und Schulen sammeln übrigens bei eigenen Umweltprojektwochen separat in Umgebung der Bildungseinrichtungen.

Europa und der Müll: Umweltproblem oder gutes Geschäft?

Nach getaner Arbeit waren die Teilnehmer auf dem Betriebshof zu einem Imbiss eingeladen. Am Betriebshof war auch die „Initiative L(i)ebenswertes Rödermark“ mit einem Infostand vertreten. Die Mitglieder überreichten an die Teilnehmer des Gemarkungsputzes Äpfel, die symbolisch eine Initialzündung darstellen sollten. Neben den Äpfeln wurde ein Umfragezettel überreicht. Auf dem sollten die Teilnehmer beantworten, was sie an Rödermark L(i)ebenswert finden und welche Verbesserungsvorschläge sie haben. Außerdem sollten Infostand und Umfrage zur Mitarbeit in der Initiative animieren. Die verfolgt die Vision, dass alle Bürger aus Überzeugung sagen könne, dass sie in einem ansprechenden Rödermark leben. Zum Erreichen dieses Zieles dürfte der Gemarkungsputz ein klein wenig beigetragen haben. (ey)

Quelle: op-online.de

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