Rödermark wieder fein für den Frühling

Schnapsflaschen ohne Ende

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Gemeinsam mit dem jüngsten Teilnehmer beim Ausklang im städtischen Bauhof zog Erster Stadtrat Jörg Rotter die Gewinner der Preise.

Ober-Roden - Anderer Leute Müll einsammeln ist wirklich keine schöne Aufgabe. Doch anderer Leute nassen Müll bei Regenwetter aufsammeln ist noch viel scheußlicher.

Umso lobenswerter ist die geleistete Arbeit der insgesamt rund 450 Gruppen- und Vereinsvertreter, Schüler und Privatpersonen, die sich dieser Arbeit annahmen und Rödermark frühlingsfein machten. Weniger als im letzten Jahr beim absoluten Rekord, doch diesmal fielen mehrere Kitas durch eigene Veranstaltungen an diesem Tag aus. Zudem tat das Wetter ein Übriges. Doch die Teilnehmer waren weitgehend unerschrocken bei der in Gebiete aufgeteilten Arbeit.

58 kleine Doppelkornflaschen entsorgte Wilfried Weltin allein auf dem Weg vom Schützenhaus Diana vor zur Messenhäuser Straße.

Manche wurden dafür außer mit dem Sammelerfolg auch mit schönen Erlebnissen belohnt. Wilfried Weltin aus Waldacker etwa, der beim Einsammeln von 58 Doppelkorn-Fläschchen auf dem Weg zwischen dem Schützenhaus Diana und der Messenhäuser Straße immerhin auch ein Reh beim Grasen beobachten konnte. Oder die große Kolpingsfamilie, die hinter der Kläranlage nicht nur auf Unrat in Mengen tief im Gebüsch wie auch am Wegrand zwischen den großen Regenpfützen stieß, sondern auch auf ein gerade mal fünf Tage altes Schäfchen namens Susi.

Erstmalig dabei war etwa der Grundstock der „EDELvoices“ von der Sängerlust Edelweiß. „Eigentlich waren sieben angemeldet, aber der siebente ist uns schon beim BSC-Heim verloren gegangen...“ Manch einer wie etwa Regina Roemer von der Breidert-Initiative kam dafür mehr oder weniger ungewollt zur Aktion. Sie hatte sich schon ausgeklinkt, sah aber auf ihrem morgendlichen Einkaufsweg so viel Müll entlang der Wegränder bei den Supermärkten im Industriegebiet liegen, dass sie sich doch noch aufmachte und ihren Beitrag leistete. Außer mit vollen Säcken kam sie auch mit Regenschirm-Ruinen und alten Krückstock-Überresten zum Bauhof geeilt. Doch die Sammelgüter waren durchaus auch größer, wie Abbas Anwar von der Ahmadiyya Gemeinde erzählte: „Wir haben Richtung Bulau einen ganzen Wohnzimmerschrank und ein großes Bild gefunden. Es war nur leider kein Foto mehr drin, sonst hätten wir den Umweltfrevler gesucht.“

Erster Stadtrat Jörg Rotter, für den Bauhof und die städtische Abfallbeseitigung zuständig, half nicht nur eifrig beim Verteilen von Weck und Worscht am Ende an die hungrigen Helfer, sondern freute sich auch spürbar über den für dieses Wetter geradezu einzigartigen Beistand der Bürger. Vor allem die ersten Klassen der Trinkbornschule verbreiteten dabei auch eine herzliche Freude, als wären sie gerade Weltmeister geworden – eine gute Grundlage für ihre eigene und die Zukunft der Stadt. Beruhigender Schlusssatz von Erstklässler-Vater Giuseppe Cucchiara nach der Auslosung der vielen meist Frühjahrsputz-gerechten Preise, die weitgehend an Schülerinnen und Schüler gingen, da sie wohl am meisten Lose ausfüllen konnten: „Nächstes Jahr sind wir wieder dabei!“ Es ist zu befürchten, dass die Teilnehmer dann mindestens wieder genauso viel finden wie jetzt.

chz

Quelle: op-online.de

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