SPD-Bürgermeisterkandidat Samuel Diekmann

Unverbrauchter Typ will ins Rathaus

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Ziehen an einem Strang: Fraktionsvorsitzender Armin Lauer, Kandidat Samuel Diekmann und SPD-Chef Hidir Karademir (von links).

Rödermark - Samuel Diekmann will 2017 für die Rödemärker SPD als Bürgermeister ins Rathaus einziehen. Der 33-Jährige stellte sich gestern der Presse vor, am Mittwoch war er auf einer Mitgliederversammlung einstimmig zum Kandidaten gekürt worden.

Die Mitglieder folgten damit der Empfehlung einer fünfköpfigen Findungskommission. Eine Internetseite wurde gleich nach der Kandidatenkür online geschaltet. Auch ein Videoclip sollte neugierig auf den neuen machen. Samuel Diekmann, der im ostfriesischen Leer geboren wurde, war nach einer Lehre als Industriemechaniker bei Volkswagen als Jugend- und Auszubildendenvertreter früh gewerkschaftlich in der IG Metall aktiv. Nach dem Zivildienst durchlief er die theologische Ausbildung zum Pastor. Derzeit wirkt er in der Jesus-Gemeinde Dietzenbach. Zudem ist er als Redner, Buchautor und Blogger tätig. Diekmann, der über den Zivildienst nach Hessen kam, ist zudem Gründer eines stetig wachsenden Startup-Unternehmens für Hochzeits- und Bestattungsredner. Mit seiner Frau Brenda-Lee und seinen drei Kindern wohnt er in Ober-Roden. „Ich bin jung und unverbraucht“, stellte der Kandidat gestern fest. Diekmann bezeichnete sich als „grundehrliche Haut“, mit der man sich in der Sache gut streiten könne, ohne dass es zu persönlichen Angriffen komme. „Ich bin ein kommunikativer Typ, als Pastor bin ich es gewohnt, dass Menschen mir ihre Probleme erzählen.“

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Er denke nicht nur unternehmerisch, sondern auch sozial. Beides müsse man in Einklang bringen, so Diekmann. Zu seinen Führungsqualitäten meint der Kandidat: „In meinem Leben war ich immer ein Leiter.“ Konflikten gehe er, wenn nötig, nicht aus dem Wege: „Denn sie bergen immer auch eine große Chance.“ Diekmann betonte zudem seine Unabhängigkeit. „Ich bin zwar ein überzeugter Sozialdemokrat, aber kein Parteisoldat. Der Bürger kann sich darauf verlassen, dass ich ein überparteilich denkender Sozi sein werde“, sagte Diekmann, der die Kürzung der Vereinsförderung, die Anhebung der Kitagebühren und einen fehlenden bezahlbaren Wohnraum für sozial Schwächere kritisiert. Der Parteivorsitzende Hidir Karademir und der Fraktionsvorsitzende Armin Lauer, die ob ihrer Ämter in der Kandidatenfrage eigentlich ein „Erstzugriffsrecht“ hatten, erklärten gestern noch einmal, warum sie selbst verzichteten. Karademir nannte Altersgründe, Armin Lauer „andere berufliche Perspektiven“. Armin Lauer sieht für den Kandidaten Samuel Diekmann „sehr gute Chancen“, Hidir Karademir ist ähnlich optimistisch: „Wir wollten diesmal einen Kandidaten, der nicht von vornherein als Zählkandidat gilt.“

Lange überlegen musste Samuel Diekmann nicht, als die SPD auf ihn zu kam. „Um ehrlich zu sein, habe ich auf die Anfrage gewartet, aber nie etwas gesagt“, so der Kandidat selbstbewusst. Diekmann kündigte gestern an, dass er demnächst unter anderem bei Rodgaus SPD-Bürgermeister Jürgen Hoffmann und dem Kreisbeigeordneten Carsten Müller hospitieren werde und gemeinsam mit der Partei sein Wahlprogramm erstellen möchte. Samuel Diekmann kann sich sogar vorstellen, dass er als SPD-Kandidat bei der nächsten Bürgermeisterwahl von der Anderen Liste unterstützt wird. „2004 haben wir auf einen Kandidaten verzichtet und die Wahl von Roland Kern unterstützt, eigentlich wären die jetzt an der Reihe“, meinte Diekmann mit einem Lächeln in Richtung der Bürgermeister-Partei. Wahrscheinlicher dürfte da schon sein, dass sich die drei Oppositionsparteien in der Stadtverordnetenversammlung auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen. Gespräche mit der FDP und den Freien Wählern sollen schon bald anstehen.

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Die fünfköpfige Findungskommission, der Reinhold Rüger, Hidir Karademir, Armin Lauer, Gerd Weber und Martin Hofmann angehörten, hatte fünf Kandidaten im Auge. Zwei hätten sich schließlich vorstellen können, in die Kandidatenrolle zu schlüpfen. Das Votum fiel dann einstimmig auf Samuel Diekmann.

ey

Quelle: op-online.de

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