Zahlen als Kraftquelle

AL und CDU schöpfen aus Wahlergebnissen Zuversicht

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Beifall und Küsschen für den Zweitplatzierten freuten Carsten Helfmann am Sonntagabend im „Schützenhof“. In zwei Wochen will er bei der CDU-Wahlparty den Applaus des Siegers genießen.

Rödermark - Wo kriegen die Sieger des ersten Wahlgangs die Stimmen her, die ihnen zur absoluten Mehrheit und zum Bürgermeisteramt verhelfen? Ein Blick in die Wahlbezirke könnte Roland Kern (AL/Grüne), der am Sonntag auf 43,3 Prozent kam, ebenso helfen wie Carsten Helfmann (CDU). Von Michael Löw 

Der längste Balken ist grün. AL-Vorsitzende Perihan Demirdöven versprach Bürgermeister Roland Kern alles zu tun, dass dies auch am Abend des 19. Februar so ist.

Der schaffte 38,5 Prozent. Ihre Parteien rechnen außerdem das Ergebnis vergangener Bürgermeisterwahlen auf die Erfolgsaussichten ihrer Kandidaten am 19.  Februar hoch. Rödermarks Bürgermeister Roland Kern geht mit 528 Stimmen Vorsprung vor dem Eppertshäuser Bürgermeister Carsten Helfmann in die Stichwahl. 4741 Rödermärker wählten Kern, 4 213 Helfmann. In Prozent ausgedrückt: 43,3 zu 38,5. Dass Kern mit diesem Ergebnis um knapp 16 Prozentpunkte schlechter dasteht als bei seinem Durchmarsch vor sechs Jahren (59,1 Prozent) macht der CDU-Vorsitzenden Patricia Lips und dem früheren CDU-Kreisvorsitzenden Wolfgang Steiger Mut.

Doch auch die AL schöpft aus einer früheren Wahl Siegesgewissheit. Am 20. Februar 2005 lag Roland Kern mit 44,9 Prozent 362 Stimmen hinter dem damaligen Ersten Stadtrat Alexander Sturm (CDU, 48,6 Prozent) zurück. Innerhalb der nächsten beiden Wochen legte er um 6,1 Prozentpunkte zu und wurde im dritten Anlauf erstmals Bürgermeister. „Wir werden jetzt zwei Wochen lang kämpfen und beim Elfmeterschießen gewinnen“, zog die AL-Vorsitzende Perihan Demirdöven die Parallele zum Fußball. Ex-Kicker Roland Kern erzielte seine besten Ergebnisse am Sonntag in Urberach. In zwei Bezirken gewann er mit 53,7 beziehungsweise 51,5 Prozent die absolute Mehrheit, in seiner Rangliste folgen drei weitere Urberacher Bezirke mit Ergebnissen zwischen 49,7 und 45,7 Prozent. Kern ist Urberacher, der Heimvorteil zahlte sich offenbar aus.

Bilder zur Bürgermeisterwahl in Rödermark

Den hatte der Eppertshäuser Carsten Helfmann nicht. Seine besten Resultate verteilen sich daher durch die Stadtteile: 49,7 Prozent im Breidert, 45,2 Prozent im Urberacher Süden und 43,8 Prozent in Messenhausen. In Waldacker schnitten die beiden Favoriten vergleichsweise schlecht ab: 38,9 Prozent für Kern, 37 Prozent für Helfmann. Hier schaffte SPD-Bewerber Samuel Diekmann (Gesamtergebnis: 15,2 Prozent) mit 19,6 Prozent zumindest einen Achtungserfolg. Außerdem holte er in fünf Bezirken mehr Prozente als seine Partei bei der Kommunalwahl 2016.

Zwei Jahre hat Samuel Diekmann um das Amt gekämpft, das sein Rodgauer Parteifreund Jürgen Hoffmann innehat. Doch alle Anstrengungen reichten am Ende nur zu Platz drei.  J Fotos: Löw

Der Vollständigkeit halber noch die drei besten Bezirke von Tobias Kruger, der mit 2,9 Prozent weit hinter den Erwartungen zurückblieb: zweimal Briefwahl Ober-Roden (7,1 und 3,7 Prozent), Waldacker 4,5 Prozent. Kruger gab seinen Wählern noch am Sonntagabend eine Empfehlung: Er gebe seine Stimme am 19. Februar Carsten Helfmann, sagte er bei der CDU-Wahlparty. Doch 320 Stimmen verhelfen weder dem noch Kern zur absoluten Mehrheit - vorausgesetzt, die Wahlbeteiligung (53,7 Prozent) bleibt hoch. Die knapp 1 700 Diekmann-Stimmen könnten dagegen am 19. Februar entscheidend sein. Er werde keine persönliche Empfehlung abgeben, denn er habe während des Wahlkampfes sowohl Roland Kern als auch Carsten Helfmann menschlich sehr schätzen gelernt, sagte Diekmann.

Seine Partei lädt morgen, Mittwoch, zu einer mitgliederoffenen Vorstandssitzung ein. Sie beginnt um 19.30 Uhr in der Gaststätte der TS Ober-Roden, Friedrich-Ebert-Straße. Dann, so Vorsitzender Hidir Karademir, werde diskutiert, ob die SPD überhaupt eine Wahlempfehlung ausspricht und wem sie im Falle eines Falles gelten soll.

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Quelle: op-online.de

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