Bürgertreff in alter Zockerhöhle?

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Verantwortlich dafür war paradoxerweise eine als Raucherclub getarnte Spielhölle in der Schillerstraße. Die machte das Ordnungsamt nach einer Razzia Mitte November dicht.

Urberach ‐ Die SPD will das Seewald-Gebiet (Stichworte: dichte Bebauung, hoher Anteil ausländischer Bewohner) aufwerten und schlägt die Einrichtung eines Stadtteil-Entwicklungsbüros vor. Seine Mitarbeiter sollen gemeinsam mit den Bewohnern des Seewaldgebietes innerhalb eines Jahres ein Konzept vorlegen. Von Michael Löw

Die SPD fordert Begegnungsmöglichkeiten, eine Weiterentwicklung der Kindertagesstätten, die Erschließung von Selbsthilfepotenzialen für Ältere und Familien mit Kindern, aber auch die Verbesserung des Wohnumfeldes durch mehr „Grün“ so einen neuen Spielplatz. Die Fraktion hat der Stadtverordnetenversammlung am 9. Februar einen Antrag zur Entscheidung vorgelegt.

Nach Ansicht des Stadtverordneten Hidir Karademir sei es Aufgabe der Stadt, nicht nur die Ortskerne, sondern auch Wohngebiete in Randlage zu gestalten. Karademir: „Die Notwendigkeit, steuernd einzugreifen, ergibt sich immer dann, wenn durch äußere Veränderungen die Wohnqualität sinkt oder zu sinken droht“. Sobald die Stadt aktiv wird, lassen private Investitionen nicht lange auf sich warten, hofft Karademir.

Neunjähriger hat vorgeschlagen, Fahrbahn zu verkleinern

Magistrat und Verwaltung haben nach Ansicht von Bürgermeister Roland Kern das Stadtteilbüro schon ein Stück weit auf den Weg gebracht. Verantwortlich dafür war paradoxerweise eine als Raucherclub getarnte Spielhölle in der Schillerstraße. Die machte das Ordnungsamt nach einer Razzia Mitte November dicht, wenig später setzte sich Kern mit dem Hauseigentümer in Verbindung: Der habe Interesse an einer Nutzung durch die Stadt bekundet. Wenn Einzelheiten zum Stadtteilbüro feststehen, will er eventuelle Umbaukosten durchkalkulieren und ausrechnen, welche Miete er verlangt. Kern: Nach einem Beschluss des Parlaments werde der Magistrat in die weiteren Verhandlungen gehen, damit der Seewald-Treff im Sommer eröffnet werden kann.

Auch an einem weiteren Ärgernis ist die Verwaltung nach Auskunft des Bürgermeisters dran: Das Ordnungsamt habe schon eine Planskizze für den Umbau der Kreuzung von Nikolaus-Schwarzkopf- und Schillerstraße in der Schublade. Die ist nach Ansicht vieler Anwohner überdimensioniert. Der neunjährige Hakan Demiral hatte Mitte Januar vorgeschlagen, die Fahrbahn zu verkleinern, damit Kinder mehr Platz zum Spielen haben. Die Idee war Gewerbeverein und Magistrat eine Prämierung im Rahmen des Wettbewerbs „Wir für Rödermark“ wert.

Quelle: op-online.de

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