Bürgerversammlung

Platz für 150 neue Wohnungen

Ober-Roden - In ruhigen Bahnen, ohne Einwendungen von Anwohnern, dafür aber mit vielen Informationen, verlief die gut besuchte Bürgerversammlung zur geplanten Bebauung des ehemaligen Geländes der Metallwarenfabrik Hitzel & Beck und des benachbarten städtischen Grundstücks (früher Elox Gotta).

Damit scheint der Weg frei für die Beseitigung einer schlimmen industriellen Altlast. Eine immense städtebauliche Baulücke kann geschlossen werden, wenn die Stadtverordneten den Bebauungsplan in ihrer Sitzung am 18. November als Satzung beschließen. Die Früchtenicht GmbH aus Babenhausen will an der Odenwaldstraße ein neues Wohnviertel mit rund 150 Eigentumswohnungen, einer Tiefgarage für 300 Autos und einer Geschäftszeile hochziehen. Der Investor hat sich verpflichtet, die alten Firmengebäude abzureißen, alles zu entsorgen und den durch Schwermetalle und Lösungsmittel vergifteten Boden bis zum Grundwasser auszuheben. Das Land Hessen wiederum führt die Sanierung des Grundwassers auf eigene Kosten weiter.

Lesen Sie dazu auch:

Neuer Stadtteil westlich der Gleise

Hitzel & Beck-Gelände: Altlast gemeinsam sanieren

Neues Wohnviertel mit Bahnanschluss

Bürgermeister Roland Kern ließ vor den rund 100 Teilnehmern die Historie der beiden zu bebauenden Grundstücke und den Weg hin zur nun anstehenden „Gesamtlösung“ Revue passieren. Er betonte, „dass das Parkplatzproblem lösbar ist und wir dies auch lösen werden“. Zum einen würden für die Wohnungen und Geschäfte selbst ausreichende Stellplätze hergestellt. Aber auch hinsichtlich des Pendlerverkehrs gebe es positive Erwartungen: mehr durchgehende Züge von Dieburg nach Frankfurt und Offenbach, die im RMV schon beschlossene Einführung eines Regionaltarifs und der Wegfall der bisherigen Tarifgrenzen. All dies dürfte nach Ansicht Kerns den Anreiz vermindern, zunächst mit dem Auto nach Ober-Roden zu fahren und erst dort in die S-Bahn zu steigen. Außerdem bestehe die Möglichkeit, anstelle der bisher noch vorhandenen Stellplätze auf dem alten Elox-Gelände 50 neue an der Südseite des Bahnhofs zu schaffen. Und sollte sich die Situation auch danach nicht verbessern, werde sich die Stadt nicht scheuen, Anwohner-Parkplätze auszuweisen.

Was auf dem Hitzel & Beck-Gelände und darüber hinaus Erde und Grundwasser belastet, was man bislang getan hat und künftig noch tun wird, zeigte Sanierungs-Projektleiter Dieter Riemann von der HIM-ASG, Träger der Altlastensanierung in Hessen, per Power-Point-Präsentation auf. Michael Schweiger, dessen Ingenieurbüro für die Stadt die Bebauungspläne entwickelt hat, beleuchtete das Bebauungsplanverfahren und die Nutzung nach der erfolgreichen Sanierung. Im Rahmen der Offenlegung seien nur wenige Einwendungen mit fachlichen Punkten vorgetragen worden.

Investor Dr. Harald Früchtenicht erläuterte noch einmal seine Pläne für die Bebauung des 1,35 Hektar großen Geländes. Gebaut werde in zwei Abschnitten: zunächst auf dem nördlichen Teil, also auf dem städtischen Grundstück, das einst der Firma Eloxal Gotta gehörte, danach auf dem Hitzel & Beck-Areal. Baubeginn kann schon im kommenden Januar sein, 2019 wäre das neue Quartier dann fertig. Aus den Reihen der betroffenen Bürger kam eine Wortmeldung. Gefragt wurde nach der Klientel für die Wohnungen am Bahnhof. Dr. Harald Früchtenicht rechnet damit, dass die zentrale Lage und die S-Bahn-Nähe zum einen für die ältere Generation interessant sein dürfte, weil die Wohnungen auch barrierefrei hergestellt würden; zum andern aber auch jüngere Frankfurt-Pendler anziehen werden. Insgesamt würden sich hier rund 300 Menschen ansiedeln.

Kerb in Ober-Roden

Kerb in Ober-Roden

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

Kommentare