Bundesverdienstkreuz der Kirche

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Aus den Händen von Generalvikar Dietmar Giebelmann (links) empfing Walter Tuscher im Beisein von Pfarrer Elmar Jung und Diakon Eberhard Utz (rechts) die Martinus-Medaille, die höchste Auszeichnung, die das Bistum vergibt. Sie wird für herausragendes ehrenamtliches Engagement und gelebte Nächstenliebe verliehen.

Ober-Roden (chz) - Generalvikar Dietmar Giebelmann ehrte Walter Tuscher, den stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden der St. Nazarius-Gemeinde, mit der Martinus-Medaille.

Sie ist die höchste Auszeichnung, die die katholische Kirche in Deutschland zu vergeben hat: etwa gleichbedeutend dem Bundesverdienstkreuz auf staatlicher Seite.

„Walter Tuscher hat sich – oder sprechen wir in der Gegenwart – engagiert sich für diese unsere Kirche. Er ist ein guter Hausvater, der sich der Finanzen der Pfarrgemeinde annimmt und so dem Pfarrer manche Sorge abnimmt“, lobte Generalvikar und fügte hinzu: „Er hat niemals seine Macht missbraucht oder gebraucht nach dem Motto ‚Wer das Geld bewegt, bestimmt’. Wir überreichen ihm die Medaille auch um andere zu ermutigen, zu ermahnen, zu bitten, sich für diese Kirche einzusetzen.“

In zwölf Jahren nur drei mal vergeben

In den vergangenen zwölf Monaten etwa verlieh das Bistum die Martinus-Medaille nur dreimal – eine ganz besondere Ehre also für Walter Tuscher.

Mit sieben Jahren kam er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg als Heimatvertriebener nach Ober-Roden. Der Glaube wurde in der Familie ganz selbstverständlich gelebt. „Seine Frau, seine Kinder und Enkel sind ein sprechendes Beispiel für ein echtes Miteinander der Generationen im Hause Tuscher“, sagte Pfarrer Elmar Jung.

Walter Tuscher hatte von Anfang an seinen Platz in der Nazarius-Gemeinde gefunden. Im Alter von 32 Jahren wurde er 1971 in den damaligen „Kirchenstiftungsrat“ gewählt, der 1980 zum Verwaltungsrat wurde. Seine beruflichen kaufmännischen Fachkenntnisse brachte er mit großer Umsicht ein und wurde 1996 stellvertretender Vorsitzender.

Finanzen der Gemeinde bestens im Blick

Walter Tuscher hat die Finanzen der Gemeinde bestens im Blick. Bei den vielen Baumaßnahmen wirkte er federführend mit: bei der Errichtung des Kirchenpavillons in Waldacker 1961, bei der Renovierung der Nazarius-Kirche 1991, beim Neubau des Kindergartens 1995, bei der Neuerrichtung des Gemeindezentrums Forum St. Nazarius. „Er ist bis heute der gute Geist bei den Vermietungen und Feiern in unserem Gemeindezentrum“, würdigte Jung den nimmermüden Geehrten, der sich auch unermüdlich für den Förderverein St.Nazarius engagiert. Er hat ihn mit aufgebaut, damit die kirchlichen Gebäude auch für kommende Generationen erhalten bleiben.

Er hat den besten Überblick, wenn es um Verpachtungen der kircheneigenen Gartengrundstücke geht, und ist seit Jahrzehnten als Chef-Einkäufer und Hauptorganisator für das Pfarrfest an Fronleichnam rund um den „Rodgaudom“.

Nicht aus der Ruhe zu bringen

Die Finanzen sind aber nur ein Aspekt von Walter Tuschers Engagement in seiner Gemeinde. Er singt im Kirchenchor und hat seinen festen Platz im Gottesdienst – nicht nur sonntags. Pfarrer Jung beschreibt den Jubilar treffend: „Bei all seinem Dienst für die Gemeinde ist er nicht aus der Ruhe zu bringen. Diplomatisch und zugleich stets verlässlich hält er sich dennoch meist im Hintergrund. Ihm ist nichts zu viel, wenn es um unsere Pfarrgemeinde geht.“

Entsprechend bescheiden nahm Walter Tuscher auch nach der Messe die zahllosen Glückwünsche zur Martinus-Medaille entgegen – fast schien es ihm peinlich, so im Mittelpunkt zu stehen, auch wenn jeder im Gottesdienst sehr wohl wusste, dass er diese Würdigung mehr als verdient hat.

Quelle: op-online.de

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