Caritas-Wohnanlage

100 Anfragen vor dem Baubeginn

Die Caritas-Wohnanlage in der Ober-Rodener Straße ist größtenteils vier Stockwerke hoch, wird zum Aldi-Markt hin aber flacher. Einen ersten Spatenstich mit Prominenz plant die Caritas im Oktober. Eröffnung ist voraussichtlich im Oktober 2014.

Urberach - Die Caritas hat mit dem Bau ihres Wohnheims an der Ober-Rodener Straße begonnen. Dort entstehen 17 behindertengerechte Sozial- und 21 frei finanzierte Wohnungen sowie eine Demenzgruppe mit zwölf Plätzen und ein Zentrum für Beratung und Pflege.

Der vierstöckige Neubau kostet knapp 6,2 Millionen Euro. Als Erstes werden mehrere hundert Kubikmeter Erdaushub, der mit Quecksilber belastet ist, abgefahren, erläuterte Caritas-Projektleiterin Ute Kern-Müller. Das Schwermetall im Boden ist ein Überbleibsel aus der industriellen Nutzung des Grundstücks und für eine knapp dreivierteljährige Verzögerung verantwortlich. Die Stadt hatte das Gelände für 300 000 Euro saniert, bevor sie es an die Caritas übergab.

Die Wohnungen sind zwischen 48 und 81 Quadratmeter groß. Das Interesse ist enorm. „Wir haben rund 100 Anfragen“, sagte Ute Kern-Müller gestern gegenüber unserer Zeitung. Meist seien es Rödermärker, die nach einer barrierefreien Wohnung fürs Alter suchten. Vereinzelt hätten auch ältere Eppertshäuser oder Altheimer gefragt. Dazu kommen zwei jüngere Rödermärker, die ihre auswärts lebenden Eltern in ihre Nähe holen wollen.

800 000-Euro-Zuschuss der Stadt

Ein Gremium, dem Vertreter von Stadt und Caritas sowie ein Rödermärker Bürger angehören, entscheidet, an wen die Wohnungen vermietet werden. Dieses Mitspracherecht war eine Bedingung für den 800 000-Euro-Zuschuss der Stadt.

Die Caritas finanziert die Wohnanlage mit 1,12 Millionen Euro eigenem Geld, 300 000 Euro vom Deutschen Hilfswerk und den 800 000 Euro aus Rödermark. Vom Land bekommt sie ein Darlehen über knapp 950 000 Euro; drei Millionen Euro muss sie sich bei Banken leihen.

Aus diesen Baukosten ergibt sich eine dreigeteilte Kaltmiete je Quadratmeter. 8,78 Euro für die subventionierten Sozialwohnungen, 10,48 Euro für die frei finanzierten Wohnungen, 9,10 Euro für die ebenfalls subventionierten Plätze in der Demenzgruppe. Deren Bau ist teurer als der einer barrierefreien Standardwohnung.

Pflege- und Betreuungsleistungen

Zu allen Wohnungen können die Mieter Pflege- und Betreuungsleistungen hinzu buchen. Geld allein ist aber nicht alles. Die Caritas strebt eine echte Hausgemeinschaft an, in die sich jeder Bewohner nach seinen Fähigkeiten einbringt. Denkbar sind einfache Garten- oder Näharbeiten für Nachbarn, Besorgungen, Begleitung beim Einkaufen oder bei Arztbesuchen, Hilfe bei der Betreuung in der Demenzgruppe.

Der Caritas-Neubau - de facto Nachfolger des maroden städtischen Altenwohnheims am Mühlengrund - ist die fünfte Wohnanlage für alte und/oder pflegebedürftige Menschen. Außerdem gibt es das Haus Morija und das Haus Mamre im Breidert, den Senioren- und Pflegepark im Industriegebiet Ober-Roden sowie in unmittelbarer Nachbarschaft die neuen Seniorenresidenzen in der Ober-Rodener Straße.

Doch auch mit diesem auf den ersten Blick großen Angebot ist der Bedarf in Rödermark noch nicht gedeckt, sagt Wolfgang Geiken-Weigt, der Leiter des städtischen Sozialdienstes. Seiner Ansicht nach rechnet sich in Ober-Roden ein weiteres Betreutes-Wohnen-Projekt. Bedingung: Arzt, Apotheke und Einkaufsmöglichkeiten müssen zu Fuß erreichbar sein. Ausreichend altengerechte Wohnungen sind auch ein Stück Wirtschaftsförderung. Die heute 70- oder 75-Jährigen haben oft ordentlich Geld fürs Alter zurückgelegt. Das, so Geiken-Weigt, können sie doch weiterhin in Rödermark statt in Bad Soden ausgeben - wenn es hier nur genug Wohnraum gibt.

Quelle: op-online.de

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