Bauland zurückfordern

Helfmann (CDU) stellt Programm für  Bürgermeisterwahl vor

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CDU-Bürgermeisterkandidat Carsten Helfmann will am 5., spätestens aber am 19. Februar zum neuen Rödermärker Verwaltungschef gewählt werden. Am Samstag stellt er sein Programm ab 19 Uhr in der Halle Urberach der Parteibasis vor.

Rödermark - Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung und mehr Unterstützung für Vereine sind die Themen, mit denen Carsten Helfmann bei der Bürgermeisterwahl im Februar punkten will. Gestern stellte der CDU-Kandidat sein Programm in einer Pressekonferenz vor, am Samstag erläutert er es in Urberach der Parteibasis. Von Michael Löw

Rödermark kann und muss seine Flächenreserven von 35 Hektar stärker für Wohnen und Gewerbe nutzen. Das ist einer der zentralen Punkte im Wahlkampfprogramm des CDU-Bürgermeisterkandidaten Carsten Helfmann. Der 2003 erstmals zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Eppertshausen gewählte Helfmann will am 5., spätestens jedoch am 19. Februar Nachfolger von Amtsinhaber Roland Kern (AL/Grüne) werden. Der 69-Jährige bewirbt sich für eine dritte Amtszeit - aber nicht für die üblichen sechs Jahre, sondern nur für 25 Monate.

Helfmann vermied bei einer Pressekonferenz gestern laute Kritik an seinem vermeintlich stärksten Konkurrenten. Scharfe Töne waren Sache der Parteivorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Patricia Lips. „Wir stehen vor zwei Szenarien“, prophezeite sie im Falle eines Wahlsiegs von Roland Kern: Entweder zwei Jahre Dauerwahlkampf, wenn Kern zu seiner Rücktrittsankündigung im Sommer 2019 steht. Oder „weitere sechs Jahre Stillstand“, falls Kern bis zu seinem 75. Geburtstag im Amt bleibt. Beides könne Carsten Helfmann verhindern, der „die Kraft hat, Rödermark einen großen Schritt nach vorne zu bringen“.

Zusammen mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Gensert hat Helfmann beim Planungsverband Rhein-Main Möglichkeiten für zusätzliche Wohn- und Gewerbeflächen ausgelotet. Die immer wieder diskutierten 35 Hektar seien keine feste Obergrenze, die Spielräume seien größer als gedacht: Die Stadt könne potenzielle Siedlungs- und Industriegebiete, auf die sie vor Jahren mangels Perspektiven verzichtet hatte, zurückfordern.

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Da die Ausweisung neuer (Gewerbe-)Gebiete „mindestens eine Bürgermeister-Amtszeit dauert“, setzt Helfmann auf den Grundsatz Innenentwicklung vor Außenentwicklung, ein effizientes Leerstands-Management und sogenannte „Business-Angels“, die sowohl Gründer betreuen als auch eingesessene Betriebe unterstützen. Angst vor einem Logistikpark wie an der B 45 in Eppertshausen müsse kein Rödermärker haben, versprach Helfmann.

Einen Schub für das Urberacher Gewerbegebiet bringt seiner Ansicht nach eine Querspange von der Kapellen- zur Messenhäuser Straße. Links und rechts der neuen Verbindung könnten sich kleine Firmen niederlassen. Die Straße soll außerdem den Ortseingang von Messenhausen und die „Hallenbad“-Kreuzung in Urberach vom Lkw-Verkehr entlasten.

Berufstätige Eltern will Carsten Helfmann mit flexiblen Betreuungsmodellen in den Kitas entlasten: Wer nur an zwei oder drei Nachmittagen pro Woche einen Platz brauche, soll nicht gezwungen sein, Gebühren für fünf Nachmittage zu bezahlen. Attraktive Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen sind in seinen Augen „keine Frage der Vergütungsgruppe S 8a oder S 8b“. Wenn sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor Gericht gegenüberstehen, sei das immer bedenklich, mochte sich Bürgermeisterkandidat Helfmann den Seitenhieb auf Bürgermeister Kern dann doch nicht verkneifen. Er beobachte die Prozesse um die Bezahlung von Erzieherinnen mit Sorge.

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Vereinen versprach Carsten Helfmann eine Reduzierung der Hallengebühren und eine Verdoppelung der Investitionskostenzuschüsse. Im alten Ober-Röder Feuerwehrhaus will er Übungsräume schaffen, um die benachbarte Kulturhalle stärker vermarkten zu können. Im Gegensatz zum FDP-Kandidaten Tobias Kruger lehnt Helfmann eine Polizeistation in Ober-Roden ab: Polizei gehöre auf die Straße und nicht hinter Mauern, fordert der Besitzer eines erst kürzlich aufgebrochenen Autos.

Quelle: op-online.de

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