Nach Rücktritt des Ehrenvorsitzenden

CDU-Spitze weist Kritik von Steiger zurück

Rödermark - Der neue CDU-Vorsitzende Ralph Hartung bedauert, dass der frühere Stadt- und Kreisvorsitzende Wolfgang Steiger den Ehrenvorsitz niedergelegt hat.

Zugleich bekräftigt er, dass es kein Zurück vom eingeschlagenen Kurs - Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition - gibt. Steigers Kritik, die CDU habe nach dem ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl im Februar die Weichen falsch gestellt und dadurch den Rücktritt der Parteivorsitzenden Patricia Lips verschuldet, wiesen sowohl Hartung als auch der Fraktionsvorsitzende Michael Gensert zurück. Wolfgang Steiger hatte den Ehrenvorsitz der CDU Rödermark aus Enttäuschung über den Kurs von Fraktion und Vorstand niedergelegt. „Es ist immer bedauerlich, wenn ein Ehrenvorsitzender zurücktritt. Ich bin nicht erfreut darüber, denn das ist nicht förderlich für die Geschlossenheit“, sagte Hartung gestern aus dem Urlaub in Barcelona. Die CDU habe nach der Niederlage ihres Bürgermeisterkandidaten Carsten Helfmann lang über die politische Arbeit diskutiert und Ende April in den Gremien beschlossen: weiter mit der AL. Dazu steht der Vorstand.

Trotzdem habe sich die CDU nicht wie von Steiger behauptet zum Steigbügelhalter der AL degradiert. Steiger trauere, so Hartung, wie andere langjährige Mitglieder einer absoluten CDU-Mehrheit nach. „Aber so ist die Gesellschaft nicht mehr. Es gibt mehr Themen als Gewerbeansiedlung und Gewerbesteuern“, sagte Hartung mit Hinweis auf die vorhandenen Schnittpunkte zwischen CDU und FDP und Freien Wählern.

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Ein „Scheingefecht“ ist für Hartung Steigers Vorwurf, das Verhältnis zwischen der CDU und ihrer zurückgetretenen Vorsitzenden Patricia Lips sei zerrüttet. Vorigen Mittwoch habe man sich wegen des Bundestagswahlkampfes getroffen. Ergebnis: Der Stadtverband tue alles, „damit sie in Berlin Rödermärker Interessen vertritt“.

Fraktionschef Gensert bestätigte, dass Lips aus den Verteilern der Fraktion herausgenommen wurde, nachdem sie ihr Stadtverordnetenmandat niedergelegt habe. Diese E-Mails bekommen tatsächlich nur aktuelle Parlamentarier. Trotzdem, so Gensert, sei sie immer über die Sondierungsgespräche informiert gewesen, weil er in den Vorstandssitzungen darüber berichtete. An denen habe immer auch Wolfgang Steiger teilgenommen: „Niemand hat sich so oft zu Wort gemeldet wie er. Aber er hat die Leute offensichtlich nicht von seiner Position überzeugen können!“ (lö)

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Quelle: op-online.de

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