Chaos bei Maskenball: Keine gefälschten Karten

Ober-Roden - Das Chaos beim Germania-Maskenball „Towabo“ war nach den Erkenntnissen des Magistrats Schuld des Vereins. „Uns liegen keine Hinweise auf gefälschte Karten vor“, erklärte Bürgermeister Roland Kern im Sozialausschuss. Von Michael Löw

Fälschungen hatte Germania-Präsident Norbert Rink als möglichen Grund dafür genannt, dass die Situation vor der Kulturhalle zu eskalieren drohte und nur ein Großaufgebot der Polizei eine Panik unter den Wartenden verhindert hat.

Bis zu 200 Besitzer gültiger Karten drängten gegen 22.40 Uhr nach drinnen, andere wollten raus. Doch es gab zeitweise kein Vor und kein Zurück mehr. „In die Kulturhalle dürfen inklusive aller Helfer 1800 Menschen. Das steht so im Nutzungsvertrag. Der Verein hat aber 2400 Karten gedruckt, etliche davon wurden nicht entwertet und wiederverkauft“, sagte Kern. Sowohl diese Zahl als auch der später von frustrierten Besucher im Internet erhobene Vorwurf, dass Türsteher Tickets mehrfach verkauft hätten, habe ein Mitglied des Vereins noch in der Nacht städtischen Mitarbeitern bestätigt.

Begründung für den Karten-Überschuss

Begründung für den Karten-Überschuss: Um Mitternacht werden Besucher unter 18 Jahren nach Hause geschickt, dann gibt"s Platz für Ältere. Diese - vorsichtig gesagt - blauäugige Rechnung ging nicht auf. Nach den Erkenntnissen des Magistrats waren etwa 2000 Feiernde in der Halle, als die Polizei anrückte.

Zwei weitere Indizien sprechen in den Augen von Bürgermeister Kern für eine Überfüllung: An der Garderobe habe es schon um 21 Uhr keinen freien Haken mehr gegeben. Und die farbigen Bändchen, die Besucher unter und über 18 Jahren voneinander unterscheiden, waren um 22.30 Uhr ausgegangen.

„Wir sind heilfroh, dass nichts Schlimmeres passiert ist“

„Wir sind heilfroh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Sowas darf sich nicht wiederholen“, forderte Kern. Einen „Towabo“-Maskenball 2013 werde die Stadt mit weit strengeren Auflagen verknüpfen. Der FC Germania muss unter anderem nummerierte Karten verkaufen, die auch ins Kulturhallen-Ticketsystem integriert sind, um Missbrauch zu verhindern. Das Sicherheitspersonal - am Fastnachtssamstag taten laut Kern 14 Männer und Frauen Dienst - muss aufgestockt werden, vor der Halle muss ein Ordnungs- und Reinigungtrupp nach dem Rechten sehen.

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Kartenfälscher schuld am Chaos?

„Das ist das Erste, was ich höre! Das sind doch viele Spekulationen dabei“, wies Germania-Präsident Rink die Vorwürfe gestern Nachmittag gegenüber unserer Zeitung zurück und blieb bei dem, was er schon am Rosenmontag gesagt hatte: „1800 Karten wurden gedruckt.“ Es sei schlecht, dass sich die Politik in die Geschehnisse um den Maskenball einmische. Sein Verein habe eine Woche nach Fastnacht 300 Besuchern, die trotz Karte nicht in die Halle kamen, den Eintritt erstattet.

Polizeisprecher Henry Faltin schließt zumindest eine Ursache für das Tohuwabohu beim „Towabo“ aus: „Nach den bisherigen Erkenntnissen liegen uns keine Hinweise auf eine Straftat bezüglich des Kartenkontingents vor.“ Gefälschte Tickets seien also nicht im Umlauf gewesen.

Quelle: op-online.de

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