Chili und Balsamico - nein danke!

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Mmmh, köstlichen Klassiker wie diesem Becher kann niemand widerstehen...

Rödermark - Ein Sommer ohne Eis ist wie Spaghetti ohne Tomatensoße oder Pommes ohne Mayo - wie gut, dass die Rödermärker zwischen drei echt italienischen Eisdielen wählen können! Und was wählen sie dort? Von Christine Ziesecke

Nicht etwa Exoten wie Chili Mango, Rucola oder gar Balsamico, mit denen großstädtische Schickeria-Eissalons auf der Gourmet-Welle schwimmen, sondern Klassiker der Sorten Vanille, Schokolade, Erdbeer und Zitrone. Diese Erfahrung haben alle Rödermärker Eiscafés auch in diesem Sommer wieder gemacht, und entsprechend haben sie ihr Angebot im Verhältnis zu den vergangenen Jahren auch kaum geändert: Der Platz in der Kühltheke ist begrenzt, und warum sollten sie gut gehende Sorten zugunsten von Experimenten aus dem Programm nehmen?

Ein junger Klassik-Fan: Yasik (10) schleckt ein Erdbeereis, aber natürlich mag er auch andere Sorten.

Das Venezia in Urberach, seit 23 Jahren geführt von Piazza und Jenny Valentino, hat nur vom 1. März bis zum 3. Oktober geöffnet. Über den Winter sind die Besitzer zuhause in den Dolomiten in der Nähe von Cortina. Das Geschäft läuft bisher gut in diesem Jahr, die Kunden, die nicht im Café drinnen sitzen möchten, stehen an heißen Tagen in einer langen Schlange vor den drei Eisenstufen, die hoch zur Ausgabe und zu den 32 Varianten Gefrorenem führen. Vanille, Stracciatella, Schokolade sind die Standards, dazu Nutella oder Erdnuss und Cherrymania - leckeres Kirscheis mit Schokoladenstückchen und Amaretto-Krokant. Kinder fragen vermehrt nach „Pokemon“, Eis mit einer Kaugummikugel mittendrin und Streuseln außen herum. Eine Besonderheit des Venezia ist Eis für Diabetiker und Milcheiweiß-Allergiker: mit Reismilch hergestelltes Speiseeis in der Geschmacksrichtung Amarena.

Ganz neu in der Ober-Röder Ringpassage ist das Eiscafé Montana, geführt von Andrea Montana und Mutter Antonietta. Die beiden Frauen haben erst im Mai das ehemalige Fantasia übernommen, sind aber schon seit über 30 Jahren hierzulande im Geschäft.

Doch Neuigkeiten in diesem Jahr

21 kalte Leckereien locken den Kunden. Außer den gängigen Sorten gehen in diesem Jahr vor allem Cookies, Creme Rocher (Schokoladeneis mit Schokostückchen und Krokant) und die selbst kreierte Crema Imperiale, eine katalanische Creme mit Nougat. Demnächst kommt Multivitamineis dazu, zubereitet aus frischen Früchten. Bei etwas kühleren Temperaturen gibt's dann neben Crêpes und kleinen Speisen eher „warmes“, cremiges Eis, etwa Sorten wie Mozartkugel oder Mon Cherie. Familie Montana hofft nun darauf, dass mit der Neubelegung einiger Geschäfte in der Passage der Innenhof wieder belebter wird - sie haben sich deshalb auch gleich dem Gewerbeverein angeschlossen und hoffen auf Unterstützung.

Jenny Valentino hilft ihrem Mann Piazza nur während der italienischen Sommerferien im Eiscafé Venezia in Urberach. Das jüngere der beiden Kinder geht nämlich in den Dolomiten noch in die Schule. Die Familie ist in der Nähe von Cortina dabei.

Seit 26 Jahren im Breidert und damit der eingesessenste aller italienischen Eiskünstler ist Gianni De Martin in der Gelateria La Gondola im SK City Center. 1969 ist er aus den Dolomiten gekommen („Wir leben da in Schnee und Eis - wir können nur Eis machen!“) und ist im Ort bekannt wie ein bunter Hund. Rund ums Jahr täglich von 9 Uhr bis 23 Uhr geöffnet, bietet er über 36 Sorten Eis an, hat aber nur für 28 Behälter an der Theke Platz - deshalb gibt's dieses Jahr auch nichts Neues.

Auch beim ihm gehen die immer gleichen Klassiker Vanille, Schoko, Erdbeer und Zitrone am besten, zur Zeit finden aber auch „Cookies“, Waldfrucht-Joghurt oder Naturjoghurt reißenden Absatz, dazu Spezialitätenbecher wie etwa „Tutti Frutti“, ein Traum mit ganz viel frischem Obst. Diabetiker haben die Auswahl zwischen zwei Sorten mit Fruchtzucker: Vanille und Schokolade; für Allergiker gibt's Frucht-Eis ohne Milchzusatz.

Gianni De Martin ist mit seinem Umsatz trotz der Wirtschaftskriese zufrieden: „Wenn das Wetter stimmt, stimmt auch das Geschäft. Man merkt zwar, dass die Leute weniger Geld in der Tasche haben, aber vielleicht legen sie gerade deshalb noch mehr Wert auf Qualität.“ 90 Prozent seiner Kundschaft sind Stammkunden - „sie kommen von überall mal hierher, probieren und kommen wieder.“

Quelle: op-online.de

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