Großübung am Alten- und Pflegeheim

„Das Objekt ist geräumt“

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Petrus hatte ein Einsehen und stellte während der Großübung der Rettungskräfte rund ums Haus Morija zumindest Schnee und Regen kurzfristig ein.

Ober-Roden - Großaufgebot an Blaulichtern rund ums Altenpflegeheim Morija: rund 40 Fahrzeuge und 180 Rettungskräfte beteiligten sich am Samstag Nachmittag an einer groß angelegten Notfallübung im Heim. Die Nachbarn waren vorgewarnt.

Seit April hatte die Gruppe 3 der Ober-Röder Wehr den Einsatz geplant. Ausgegangen wurde von einem Brand in einem Bewohnerzimmer im 2. Obergeschoss, der sich auf den Dachstuhl ausgeweitet hatte. 20 Verletzte mussten gerettet und versorgt werden, dazu zwei Brandstellen gelöscht und eine Person aus einem Aufzug befreit werden.

Ziel der Übung war es, den bestehenden Alarmplan zu überprüfen. Gerade nach den aufwändigen feuerpolizeilich bedingten Umbauarbeiten im Haus Morija im abgelaufenen Jahr schien das wichtig. Es galt zu ermitteln, wie lange für eine Räumung gebraucht wird und wie die Zusammenarbeit von Wehren, Hauspersonal, Sanitäts- und Rettungsdiensten funktioniert. Das Patientenkonzept des Heimes war ebenso zu testen wie die Frage des Platzbedarfs der Einsatzkräfte.

In der Kita Zwickauer Straße betreute die Johanniter Unfall-Hilfe die „Verletzten“ nach ihrer Rettung.

Nach der Übung herrschte große Zufriedenheit bei allen Beteiligten. Die Übung war ohne jegliche Schwierigkeiten und in weit kürzerer Zeit abgelaufen als im Vorfeld geplant. Die Zufahrten etwa des Teleskopmast-Wagens über die Innengärten und die Zwischenversorgung in den Gartenpavillons, ehe die Verletzten in die benachbarte Kita Zwickauer Straße gebracht wurden, lief zügig und reibungslos.

Gut verlief die bislang eher noch spärliche Zusammenarbeit der Ober-Röder Wehr mit den Kameraden aus Urberach: „Hier hat sich in den letzten Jahren einiges getan“, freute sich Wehrführer Marcus Kügler über die Entspannung, die im Ernstfall vor allem den Bürgern zugute kommt.

Vor Ort waren natürlich auch die stellvertretende Heimleiterin Sr. Sibylle Heiß und ihre Kolleginnen. Sie hatten im Vorfeld im zweiten Obergeschoss West, in dem das Feuer simuliert wurde, fünf Zimmer geräumt und damit neun Bewohner versorgt: „Sie sind jetzt beim Kaffeetrinken und werden betreut, damit sie keine Angst bekommen.“

Mitgenutzt wurde auch der dritte Stock, in dem nur Gästezimmer und der Pausenbereich untergebracht sind. Auch nur einer der beiden Aufzüge, die im echten Notfall sofort gesperrt wären, war belegt. Der andere blieb für Ernstfälle in Betrieb, wie die Schwestern auch einen Code für einen echten Ernstfall hatten. Bei „Notfall real“ hätte die Wehr die Übung sofort abgebrochen.

Schon vor Beginn der Übung herrschte Hochbetrieb im Keller. 20 vermeintlich vom Feuer eingeschlossene Heimbewohner wurden dort geschminkt und auf ihre Verletzungen vorbereitet. Ihre Rettung verlief reibungslos.

Sie wurden von den Wehren aus dem Gefahrenbereich ins Freie gebracht, ehe sie zur Behandlung an die Rettungsdienste übergeben wurden.

Mit verschiedenfarbigen Bändchen je nach Schwere der Verletzungen wurde die weitere Versorgung organisiert. Rot - etwa bei bewusstlosen Patienten - geht auch hier vor. Dabei von guten Diensten ist das bundesweit geforderte digitale Funksystem, das allerdings recht kurze Reichweiten hat und deshalb vom althergebrachten unterstützt werden muss.

Neben dem Personal des Hauses Morija, das am Ende sehr zufrieden in einem erst mal der Generalreinigung bedürfenden Heim zurückgelassen wurde, war die Ober-Röder Wehr mit 26 Mitgliedern vor Ort. Dazu kamen die Wehren aus Urberach mit 25 Männern und Frauen, die Wehren aus Rodgau Süd, Dietzenbach und Neu-Isenburg, der Rettungsdienst des Kreises mit drei Notärzten, der Malteser Hilfsdienst Obertshausen, die Johanniter Unfall-Hilfe Dieburg, Bad Soden-Salmünster und natürlich Rodgau sowie 20 Mitglieder der Jugendwehren und freiwillige Helfer als Verletztendarsteller.

Die Kita als Einsatzbereich hat sich als gut erwiesen. Abschließend - so freut sich die Ober-Röder Wehr - können einige der jetzt erprobten Übungsteile als Erkenntnisse mit in den Rettungsplan übernommen werden. Beruhigender Schlusssatz über die Funkgeräte: „Wir haben von der Feuerwehr die Meldung bekommen, dass das Objekt geräumt ist.“

chz

Quelle: op-online.de

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