Beschilderungs-Lücke genutzt

Ärger über Wohnwagen auf dem Festplatz

+
Im südlichen Teil des Urberacher Festplatzes herrscht Campingplatz-Atmosphäre. Wohnwagen blockieren Parkplätze, obwohl an der Zufahrt von der Wagnerstraße ein eindeutiges Schild steht. An der anderen Einfahrt fehlt es jedoch.

Rödermark - Wohnwagen, Lkw und Busse parken oft da, wo sie nichts zu suchen haben. In den Fokus des Ordnungsamtes ist der Festplatz Urberach geraten, dessen südliches Ende einem Campingplatz gleicht. Das stehen - teils seit vielen Wochen - sechs Wohnwagen.

Die Nachbarn des Urberacher Festplatzes ärgern sich über Wohnwagen und Verkaufsanhänger. „Wir beobachten seit Wochen, dass zunehmend gewerbliche Fahrzeuge und Hänger abgestellt werden“, schrieb Günther Meister, der Vorsitzende des Roten Kreuzes, dem Ordnungsamt. Quasi neben dem DRK-Heim zählte er sechs Wohnwagen und zwei Anhänger, in denen Handwerker ihre Waren bei Messen präsentieren. Dazu kämen diverse Transporter. Einige der Dauerparker brauchen zwei Parkplätze, weil die Deichsel hervorragt.

Sie blockieren Parkplätze, die für Veranstaltungen in der Halle Urberach gebraucht werden, und erhöhen wegen ihrer Größe die Unfallgefahr. Und sie drängen ansonsten brave Autofahrer auf die für sie verbotenen Flächen des Festplatzes. Rot-Kreuz-Mann Meister befürchtet früher oder später Engpässe für die Feuerwehr, die bei Einsätzen über den Festplatz ausrückt.

Die wenigsten Wohnwagen gehören offenbar Rödermärkern. Vier haben Kennzeichen aus Essen, Bottrop, Oldenburg und Darmstadt. Die beiden Handwerker-Hänger haben Duisburger und Main-Kinzig-Nummern. Bei der Stadt hatten sich vor dem Roten Kreuz schon mehrere Nachbarn beschwert, sagte der Erste Stadtrat Jörg Rotter gestern bei einem Ortstermin mit unserer Zeitung. Dauerparker will Rotter nicht länger dulden - ohne aber gleich Strafzettel zu verteilen oder den Abschleppwagen zu rufen.

Denn die Wohnwagenbesitzer können sich noch auf eine Beschilderungs-Lücke berufen: An der Wagnerstraße weist ein Verkehrszeichen darauf hin, dass auf dem Festplatz nur Pkw parken dürfen. Dieses Schild fehlt aber an der gegenüberliegenden Einfahrt. Das wird in den nächsten Tagen aufgehängt, kündigten Rotter und Ordnungsamtsleiter Artur Singer an. Dann hat die Stadt eine rechtliche Handhabe, um den Eigentümern eine Frist zu setzen, wann die Wohnwagen verschwinden müssen.

Wohnwagensiedlung für Obdachlose in Wiesbaden

Ein Wohnwagen darf maximal 14 Tage auf öffentlichen Flächen parken, erläutert Singer. „Dann muss er bewegt werden, und da reicht es nicht, ihn zehn Zentimeter zu verrutschen!“ Lassen die Halter diese Frist verstreichen, kommt ein Knöllchen. Was für manche Wohnwagenbesitzer aber immer noch billiger als die Standplatzmiete für ihr Mobilheim ist.

Die Stadt hat jedoch auch andernorts große Fahrzeuge im Visier. Denn im Ordnungsamt landen nicht nur Klagen wegen der Wohnwagen. Anwohner aus dem Urberacher „Bruch“ beschweren sich immer wieder über Busse auf dem Parkstreifen entlang der Rodaustraße, die frühmorgens die Motoren warmlaufen lassen.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Rödermark

Nachts parkende und morgens laut losdieselnde Lastwagen nerven die Leute derzeit unter anderem im Breidert und in Waldacker. Eine Anliegerin der Hauptstraße findet mehrmals die Woche Kleenex-Tücher, mit denen der Lkw-Fahrer offenbar die Scheiben geputzt hat, und eine nie ganz leere Bierflasche. Der Frau bleibt nur Sarkasmus: „Für die kriege ich wenigstens Pfand!“ (lö)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare