Daumen bringt Malerin in Rage

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Mehr als 200 Bilder, Mosaiken, Skulpturen und andere Kunstwerke muss Wolfgang Hitzel bei der dreigeteilten Jubiläumsausstellung unterbringen. Da wird jeder Quadratmeter Wand gebraucht.

Ober-Roden ‐ Die Stadt Rödermark lädt ab 12. Februar zu ihrer 150. Kunstausstellung in den Bücherturm ein. 70 Kreative zeigen bis 23. März Bilder, Skulpturen. Fotos, Collagen und andere Arbeiten. Von Michael Löw

Künstler sind manchmal wahre Sensibelchen. Das weiß kaum jemand besser als Wolfgang Hitzel, der seit August 1992 im Bücherturm 149 Ausstellungen mit kreativen Geistern organisiert hat und die 150. vorbereitet. Eine Malerin - den Namen behält er der Höflichkeit halber für sich - hat der Leiter der Fachabteilung Vereine, Kultur und Ehrenamt - in ganz besonderer Erinnerung gehalten. Sie machte ihn wegen eines kurzen Daumenabdrucks zur Schnecke.

„Dabei wollte ich ihr doch nur helfen“, schmunzelt Hitzel nach Jahren über den Anpfiff. Er hatte gesehen, wie die Frau große Bilder die Treppe hinauf schleppte. Kurzerhand griff Mann mit an, doch dabei berührte sein Finger sekundenlang die Leinwand. Das Geschrei der Künstlerin ließ die Betonwände des Bücherturms wackeln. Kommt sie zu den am 12. Februar beginnenden Jubiläumswochen? Auch da schweigt der Gentleman.

Dreiteilige Jubiläumsschau

Mehr als 100 Maler, Bildhauer, Fotografen, Holzschnitzer und Altmaterialien-Verwerter hat Wolfgang Hitzel in den vergangenen 19 Jahren kennen und meist schätzen gelernt. Seine Einladung zur dreigeteilten Jubiläumsschau (12. bis 23. Februar, 26. Februar bis 9. März, 12. bis 23. März) nahmen 70 von ihnen an. „Viele waren richtig baff, dass die Stadt Rödermark nach all den Jahren noch an sie dachte“, freute er sich. Die Wiedersehensfreude seitens der Künstler war so groß, dass Hitzel die Zahl der Exponate rigoros begrenzen musste: drei Stück pro Kopf.

Das hätten sich weder er noch der geistige Vater der Ausstellungen, der damalige Erste Stadtrat Alfons Maurer, träumen lassen. Denn nach der Premiere mit Bildern von Ingeborg Görmar ließ das Interesse schlagartig nach. Hitzel: „Ober-Röder und Urberacher malten lieber daheim stillen Kämmerlein.“ Um sie daraus hervor zu locken, bedurfte es mehrerer Ausstellungen auswärtiger Künstler und einiger Überredungskunst.

Quelle: op-online.de

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