Diabetiker backen für Weihnachten

Plätzchen müssen berechenbar sein

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Diätassistentin Nina Fischer zeigte den Mitgliedern der Diabetiker-Selbsthilfegruppe, wie sie „berechenbare“ Plätzchen backen.  

Waldacker - Wenn Diabetiker für das Weihnachtsfest backen, kommt es auf jedes einzelne Gramm an.

Was wäre der Advent ohne Weihnachtsplätzchen, Stollen und Festmenü? Wer eine gezielte Diät halten oder wie ein Diabetiker penibel Broteinheiten und Kalorien zählen muss, der hat da schon Sorgen. Aber auch Diabetiker dürfen schlemmen - nur eben gezielter mit Austauschprodukten und vollwertigen Nahrungsmitteln. Das hat jetzt eine Diätassistentin der Rödermärker Selbsthilfegruppe Diabetes in Theorie und Praxis erläutert.

Diabetes mellitus ist der Sammelbegriff für Störungen des Stoffwechsels aufgrund einer Überzuckerung des Blutes. Der Ursprung dieser „Hyperglykämie“ liegt hauptsächlich im Insulin begründet, dem wesentlichen Regelungshormon des Zuckerstoffwechsels. Geschätzte acht Millionen Bundesbürger leiden an Diabetes. Die Rödermärker Selbsthilfegruppe trifft sich mit Ausnahme der Ferien an jedem letzten Dienstag eines Monats. Ansprechpartner sind Hans-Peter Förster, 06074/50176, oder Ute Schrod in der Kaufland-Apotheke Urberach.

Früher immer in der Petrusküche, probierte die Gruppe diesmal im Bürgertreff Waldacker gemeinsam Rezepte aus, die ihnen Fachfrau Nina Fischer aus Egelsbach mitgebracht hatte. Sie hatte die Plätzchen nicht nur getestet, sondern auch noch mit unterschiedlichen Zutaten variiert: „Im Prinzip kann jeder Diabetiker Süßes essen. Er muss halt nur wissen wie viel, und er muss regelmäßig seinen Blutzuckerstand messen.“ Ihre wichtigste Botschaft: Diabetikertaugliche Plätzchen müssen in allen Nährwertangaben berechenbar sein. Zu den neun „Zuckerpuppen“, wie sich die Diabetiker liebevoll-selbstironisch nennen, zählte auch Gruppenleiter Hans-Peter Förster, der sich derweil um einen deftigen Kartoffel-Möhren-Eintopf mit Würstchen als Kontrastprogramm fürs Abendessen kümmerte. Nina Fischer informierte mittlerweile über Ersatzstoffe, besonders natürlich für Zucker. Hier sind pulverisierte Süßstoffe wie etwa Assugrin (das Gebäck allerdings manchmal etwas trocken macht) ebenso gut verwendbar wie die aus Pflanzen gewonnene Stevia-Süße. Da gilt es aber zu bedenken, dass die Stevia-Süßkraft 200 bis 300 mal stärker ist als die von Zucker und dass sie sich erst langsam im Mund entfaltet.

Quinoa-Schokoladencookies:

Zutaten: 1 Ei, 80 Gramm Pflanzenmargarine, 5 bis 6 Esslöffel Süßstoff, 100 ml Milch, 100 Gramm gemahlener Quinoa, 200 Gramm Vollkornweizenmehl, ein halbes Päckchen Backpulver, 50 Gramm geraspelte Schokolade. Zubereitung: Ei mit Margarine, Süßstoff und Milch schaumig rühren, Vollkornmehl, Quinoa und Backpulver vermengen und unter das Ei-Gemisch rühren, geraspelte Schokolade zugeben. Die Teighäufchen aufs Backblech setzen, 20 Minuten bei 180 Grad backen.

Die Streusüßen werden in Esslöffel-Mengen beigegeben; mit Erfahrung und Gefühl hatte jeder Weihnachtsbäcker das rasch im Griff. Die Fachfrau empfahl zudem Vollkornmehl, auch wenn es kräftigere Ergebnisse bringt, „aber sie schmecken damit einfach besser und sind kerniger.“ Ob von Aldi oder aus dem Fachhandel ist egal, Hauptsache die Qualität entspricht den Anforderungen der Rezepte. So entstanden im Laufe des Nachmittags fruchtige Apfelplätzchen, Engelsaugen und ganze Berge knuspriger Haferflockenkekse. Aber auch Quinoa-Schokoladencookies waren rasch gebacken. Quinoa ist eine Art Reismehl, ein idealer Nährstofflieferant mit hohem Eiweißgehalt. Nach so viel Süßem und den passenden Ratschlägen, die jeder Teilnehmer für seine speziellen Sorgen von der Egelsbacher Diätassistentin bekam, freuten sich die „Zuckerpuppen“ auf Hans-Peter Försters Eintopf. 

chz

Quelle: op-online.de

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