Dirigenten mit Ehefrau geködert Im Juni zwei Besucher

Urberach - (chz) 35 Jahre Partnerschaft zwischen Tramin und Urberach - dies veranlasste den Kirchenchor „Cäcilia“, seinen Jahresflug in Südtirol zu verbringen. Zumal dem Chor mit Vorsitzendem Karl P. Sturm und Tenor Werner Spamer auch zwei Urberacher angehören, die damals die Partnerschaft mit begründeten.

1974 schlossen die Marktgemeinde an der Weinstraße und Urberach einen Vertrag. Zur gleichen Zeit gingen zum Beispiel auch Nieder Roden und Puiseaux in Frankreich eine Verschwisterung ein.

In den Urkunden wird erklärt, dass die Gemeindevertretungen, getragen vom Geist der Toleranz, der Freiheit und des Friedens, für ihre Bürgerschaft eine gemeinsame und dauerhafte Partnerschaft beschließen. Die Partnerschaft mit Tramin, von Urberach seinerzeit abgeschlossen, wurde nach dem Zusammenschluss mit Ober-Roden 1977 auf die Stadt Rödermark ausgedehnt.

Beim vierten Besuch der „Cäcilia“ leitete ein Empfang bei Bürgermeister Werner Dissertori und Vizebürgermeister Wolfgang Oberhofer die Feierlichkeiten zum 35. Jahrestag der Verschwisterung ein. Selbstverständlich wurden dabei Geschenke ausgetauscht: Die Urberacher hatten einen Druck einer Ansicht von Tramin aus dem Jahre 1871 mitgebracht.

Natürlich musste der Kirchenchor auch seinem geistlichen Anspruch gerecht werden und gestaltete in der Wallfahrtskirche Maria Weisenstein eine Messe in deutscher Sprache und begleitete einen Vorabendgottesdienst in der Pfarrkirche Tramin.

Der Chor unternahm auch mehrere Ausflüge. Höhepunkte waren das Bozener Museum für „Ötzi“, den Mann aus dem Eis, die Erdpyramiden auf dem Ritten, Karersee und Karerpass, der Rosengarten in den Dolomiten, die Kurstadt Meran und das Stammschloss der Fürsten von Tirol. Den Abschlussabend verbrachten die Urberacher Sänger und Sängerinnen mit Bürgern und Vertretern der Marktgemeinde und Mitgliedern des dortigen Pfarrchores in den Repräsentationsräumen der Firma Roner, einer europaweit bekannten Brennerei.

Die Cäcilianer waren immer schon beliebt in Tramin, sagt Vorsitzender Sturm voller Stolz: Als der Chor 1976 und 1981 auf der Durchreise nach Rom auch in der Traminer Kirche gesungen hatte, „da wollte der Pfarrer damals am liebsten unseren im vorletzten Jahr verstorbenen Chorleiter Rainald Ohmer dort behalten und versprach sogar, ihm eine Frau zu besorgen“. Doch der Dirigent war gebunden und kam denn doch wieder gerne mit nach Hause, erinnert sich Sturm schmunzelnd.

Der Kirchenchor hat in Tramin festgestellt, dass die 3 500 Einwohner zwar sehr interessiert sind am Besuch der Rödermärker, selbst aber keine allzu große Neigung verspüren, sich 700 Kilometer nach Norden zu begeben. „Das ist bei objektiver Betrachtung verständlich: in Tramin Urlaub machen ist eine schöne Sache - aber in Rödermark?“, fragt Sturm eher rhethorisch.

Deshalb empfiehlt er jedem Rödermärker, der einige Tage in Südtirol verweilt, doch mal bei Bürgermeister Dissertori vorbeizuschauen. Damit wird auch der Geist, der vor 35 Jahren beschworen wurde, am Leben erhalten.

Im den nächsten Wochen statten noch zwei weitere Gruppen aus Urberach Tramin einen Besuch ab. Die Feuerwehr ist von heute bis 8. Juni Gast der 125-Jahr-Feier der Traminer Floriansjünger. Ebenfalls noch im Juni reist der Jugendchor „Rejoice“ nach Südtirol.

Quelle: op-online.de

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