Urberach

Dokuzentrum T&N hängt in der Luft

Urberach  - (lö) Was passiert mit den Telefonen, Vermittlungsanlagen und Schaltgeräten aus vielen Jahrzehnten, die das Dokuzentrum T&N im ehemaligen Telenorma-Verwaltungsgebäude, der „Villa“, ausstellt?

Den Exponaten gebührt mehr Platz - darüber sind sich der Verein, Theatermacher Oliver Nedelmann, der einen Teil der „Villa“ gemietet hat, und Alfons Keck, der das 1996 aufgegebene Bosch-Werk vermarktet, einig.

Aber der Unwägbarkeiten gibt es viele: Finanzierungszusagen hängen von tragfähigen Konzepten ab. Ideen wiederum lassen sich nur präzisieren, wenn Geld da ist.

Der Verein hängt in der Luft, nachdem sich die Pläne zur Erweiterung seines kleinen Museums im vorigen Sommer zerschlagen hatten und der Vorstand die bis dahin eingegangenen Spenden von 51 000 Euro an die Sponsoren wie die Sparkassen-Stiftung zurück gezahlt hatte. „So schnell werde ich nichts Neues lostreten“, sagte der Historiker Norbert Cobabus, einer der drei Vorstände des Dokuzentrums.

Fraglich ist auch die Alternative, Schaukästen und Infotafeln vor der „Villa“. Zum einen ist das Geld zunächst weg, zum anderen soll direkt hinterm Torbogen ein 30 bis 40 Quadratmeter großes Kiosk für Besucher und Bewohner des geplanten privaten Pflegeheims gebaut werden. Projektentwickler Alfons Keck will das rund acht Millionen Euro teure Vorhaben im Sommer beginnen, Ende 2010 soll‘s fertig sein. Keck könnte sich durchaus vorstellen, dem Dokuzentrum dann Ausstellungsfläche zur Verfügung zu stellen. Vitrinen würden auch den Weg zum Heim aufwerten.

Doch das ist zunächst einmal Zukunftsmusik, Cobabus‘ Devise lautet „Abwarten und Tee trinken“. Er habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren schon zu viele Versprechen und Ankündigungen gehört.

Noch stehen alte Telefone & Co. in einem Flur der „Villa“. Oliver und Friederike Nedelmann haben diesen Raum ihres Wohnzimmertheaters dem Dokuzentrum für seine Ausstellung überlassen. Aber eigentlich brauchen sie den Platz selbst. Oliver Nedelmann, Cobabus‘ Kollege im Vereinsvorstand, schlägt daher vor, die Geräte im Treppenhaus zu präsentieren. Dann käme das Theaterpublikum automatisch daran vorbei und müsste sich nicht durch den Flur quetschen.

Diese Enge hatte den Dokuzentrum-Verein Anfang 2008 bewogen, Spenden für die Vergrößerung des Museums zu sammeln. Herbert Schrod und Eduard Dutiné, beides altgediente T&N-Leute, warben sogar bei ehemaligen Kollegen um Geld für den Ausbau des Kellers, der während des Zweiten Weltkriegs als Luftschutzraum genutzt wurde. Allein der Aushub des dicken Betonbodens hätte jedoch 90 000 Euro gekostet.

Zum Schluss noch eine gute Nachricht: „Der Bau des Pflegeheims tangiert die Villa und ihr Nebengebäude in keiner Weise“, gab Keck eine Bestandsgarantie, wenn das 126-Betten-Haus wie geplant gebaut wird.

Quelle: op-online.de

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