Michael Sterkel und Michael Walz sind seit vielen Jahren beim Hessischen Fußballverband aktiv

Zwei Rödermärker bilden Fußballtrainer aus

Da geht’s lang: Bereits seit 20 Jahren ist Michael Sterkel aus Urberach als Lehrreferent des Hessischen Fußballverbands tätig.
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Da geht’s lang: Bereits seit 20 Jahren ist Michael Sterkel aus Urberach als Lehrreferent des Hessischen Fußballverbands tätig.

Wenn in der Region Lehrgänge für Fußballtrainer stattfinden, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese von Michael Sterkel oder Michael Walz aus Rödermark geleitet werden. Der Ober-Röder Walz ist seit rund zehn Jahren als Lehrreferent für den Hessischen Fußballverband (HFV) tätig, sogar schon seit 20 Jahren hat der Urberacher Sterkel diese Funktion inne.

Rödermark - Sterkel und Walz leiten beispielsweise den Kurs „Basiswissen“, den ersten Grundstein auf dem Weg zur Trainer-C-Lizenz. Auch die auf den Basiskurs aufbauenden Profile Jugend und Kinder werden von ihnen betreut. Hinzu kommen Kurzschulungen zu bestimmten Themen. Meist finden die Lehrgänge und Schulungen bei den Vereinen in der Region statt. Ein wichtiges Ziel ihrer Arbeit, so Michael Walz, sei es, mithilfe der Lehrgänge dazu beizutragen, dass die Jugendfußballer ein qualitativ hochwertiges Training bekommen. „Das setzt voraus, dass die Trainer qualifiziert sind“, so Walz.

Neben der sportlichen Weiterentwicklung ihrer Schützlinge sind die Trainer auch als Pädagogen und Gesprächspartner der Nachwuchsfußballer gefragt. Das gilt vor allem bei den jüngeren Jahrgängen: „Wenn du Kindertrainer bist, dann bist du auch Spaßmacher und Märchenerzähler“, so Michael Sterkel zu zwei Zusatzqualifikationen, die nicht unbedingt auf dem Lehrplan stehen.

Michael Walz aus Ober-Roden ist seit zehn Jahren HFV-Lehrreferent.

Die Ausbildung zur C-Lizenz ist durchaus umfangreich. Alleine der Kurs „Basiswissen“ umfasst 30 Lerneinheiten in Theorie und Praxis à 45 Minuten. Für die komplette C-Lizenz sind insgesamt 120 Lerneinheiten mit Abschlussprüfung notwendig. Sterkel und Walz arbeiten bei der Vorbereitung der Lehrgänge eng zusammen. „Wir ergänzen uns gut“, sagt Michael Sterkel. Oft ist es im Jugendfußballbereich immer noch so, dass der Vater eines Spielers in die Trainerrolle reinrutscht. Das muss alles andere als schlecht sein, mit den Lehrgängen wird dann aber eine gute Hilfestellung, etwa zur Trainingsgestaltung, gegeben. Ein zeitgemäßes Training sei wichtig, so Michael Walz. Schließlich habe sich der Sport in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt.

Engagement beim HFV als Ausgleich zum Beruf

Michael Sterkel ist Verwaltungsleiter bei einer Werbeagentur. Die Tätigkeit als Lehrreferent sei eine schöne Abwechslung. Er kann sich vorstellen, das noch viele Jahre zu machen. „So lange es so viel Spaß macht.“ Seit dem Jahr 2000 ist Sterkel bereits HFV-Lehrreferent, immer mit dem Ziel, möglichst vielen Trainern Qualifikationen für die Arbeit mit der Mannschaft auf den Weg zu geben. „Ziel sollte es schon sein, dass das Training in den Jugendfußballmannschaften eine gewisse Qualität hat.“ Früher hat Sterkel auch die Auswahlmannschaft des Fußballkreises Dieburg trainiert, war DFB-Stützpunkttrainer und lange Jugendtrainer bei der Viktoria. Im Fußballkreis Dieburg ist er zudem als Koordinator für Qualifizierung tätig.

Michael Walz ist Lehrer für Sport und Mathe, er arbeitet als Stufenleiter an der Heinrich-Böll-Schule in Nieder-Roden. Über einen Dozenten beim Studium in Frankfurt, der auch für den Hessischen Fußball-Verband arbeitet, kam er zum HFV. „Mir machen die Lehrgänge sehr viel Spaß“, sagt Walz, der früher lange Jahre für die Turnerschaft spielte. Bei der Vorbereitung der Theorie- und Praxisteile kommt ihm seine Arbeit als Lehrer zu Gute. Schließlich ist Walz es gewohnt, Unterricht und Präsentationen vorzubereiten. Es sei sehr interessant, mit den Trainern und angehenden Trainern über die Inhalte zu sprechen und vielleicht auch mal alte Verhaltensmuster aufzubrechen.

Michael Walz ist zudem als Stützpunkttrainer der Region Dieburg tätig. Einmal in der Woche trainiert er als Teil eines vierköpfigen Trainerteams am DFB-Stützpunkt in Richen Talente der Jahrgänge U 12 bis U 15, die mit diesem Angebot individuell gefördert werden sollen. Vor seiner Zeit als Stützpunkttrainer war Walz, der früher die Stadtranderholung der Nazarius-Gemeinde leitete, auch im Nachwuchsleistungszentrum der Offenbacher Kickers tätig. In der Jugend gehe es nicht so sehr um Meisterschaften, sondern um eine gute Entwicklung der Spieler. Während man im Seniorenbereich eher ergebnisorientiert arbeitet, sollte man im Kinder- und Jugendbereich eher ausbildungsorientiert herangehen, so Michael Walz, der darauf achtet, dass bei den Übungen wann immer es geht, der Ball dabei ist.

Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Trainer-Lehrgänge aus

Natürlich hat Corona auch Auswirkungen auf das Lehrgangsprogramm. Der HFV habe aber gut reagiert und relativ schnell Webinare angeboten, so Michael Sterkel. Auch er selbst war bei den Online-Schulungen als Referent tätig. So habe man sich zwar auf theoretische Inhalte konzentrieren müssen, konnte den Trainern aber immerhin etwas anbieten. Die Arbeit auf dem Platz, die nun wieder möglich ist, hat den Lehrreferenten aber natürlich gefehlt. Der Theorieteil bei Lehrgängen und Schulungen wird derzeit im Freien abgehalten, oder wie kürzlich in Hergershausen in einem an den Seiten offenen Zelt.

Michael Sterkel und Michael Walz sind zusammengenommen seit 30 Jahren als Lehrreferenten für den HFV tätig. Walz‘ Vater Peter kommt alleine auf über 40 Jahre als Lehrreferent. Den Großteil der Lehrgänge und Kurzschulungen überlässt er mittlerweile den jüngeren Kollegen, Peter Walz hilft mit seinem großen Erfahrungsschatz aber immer noch gerne aus. Zudem ist der 76-Jährige unter anderem regelmäßig mit der Kurzschulung „Fußball für Ältere“ auf Hessens Sportplätzen unterwegs.

Von Sascha Eyßen

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