Kapellenstraße als Partyzone am Wochenende

Anwohner in Ober-Roden sauer über Dreck und Krach

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Schön ist anders: Öffentliches Grün in der Kapellenstraße wird als Mülleimer und Hundeklo missbraucht. Das stinkt einem Anwohner gewaltig.  

Ober-Roden - In der Kapellenstraße gibt’s diverse Schmuddelecken. Ein Anwohner spricht gar von „Vermüllung“ und macht die Nell-Breuning-Schule dafür verantwortlich.

Sektpulle, Brötchen- und Wursttüten, Eispapier, die Verpackung eines Ü-Eis, „Coffee to go“-Becher, Zigarettenverpackungen und ein Schälchen, das einst Lachsersatz enthielt: Die Grünstreifen und Büsche im Dreieck von Friedhof, Nell-Breuning-Schule (NBS) und Rewe-Markt boten gestern am späten Vormittag einen alles andere als schönen Anblick. Das sei nicht die Ausnahme, sondern die Regel, klagt ein Nachbar, der vor rund eineinhalb Jahren in die Nähe der NBS gezogen ist. „Mir fallen hier Dinge auf, die ich aus meinem bisherigen Wohnort nicht gewohnt bin“, sagt der Mann.

„Das Anliegen, welches das Fass jetzt zum Überlaufen brachte, ist der Müll, welcher tagtäglich von den Schülern grade außerhalb der Schule überall erzeugt und hingeworfen wird. Gerade der Weg, den die Schüler zwischen Rewe und dem Wohnhaus Kapellenstraße 10 gehen, ist täglich komplett vermüllt. Auch die Stadtreinigung kennt dieses Problem und bezeichnet sich als machtlos“, macht er seinem Ärger in einer E-Mail an unsere Zeitung Luft. Dass Jugendliche Abfall einfach wegschmeißen, mag an der Erziehung liegen. Die Schule ist nach Ansicht des Nachbarn jedoch „mitverantwortlich für dieses Verhalten“. Der Abfall-Ärger ließe sich durch zusätzliche Mülleimer vergleichsweise einfach mildern, schlägt er vor.

Rektorin Christine Döbert weist die Vorwürfe zurück und nennt drei Beispiele, die den Stellenwert von Umweltschutz an der NBS deutlich machen: Müll ist regelmäßig Thema im Unterricht, eine große Schülergruppe beteiligt sich jedes Jahr am Gemarkungsputz, der Müllsammeldienst auf dem Schulgelände zeigt, was es heißt, den Dreck Anderer wegzuräumen. Außer dem Dreck stört den Mann, dass der Parkplatz des Friedhofs und sogar der Platz vor der Friedhofskapelle am Wochenende als Partyzone herhalten müssen. Der Krach sei nicht mehr tragbar.

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Erster Stadtrat Jörg Rotter hat seine Zweifel, ob weitere Abfallbehälter das Problem lösen. Es gebe leider einen gewissen Prozentsatz an Menschen, für die öffentliche Flächen ein großer Mülleimer sind, sagte er. Trotzdem werde dieser Weg jede Woche vom Betriebshof gekehrt. Randale nachts und am Wochenende ist laut Rotter nicht nur auf dem Friedhofsparkplatz ein Problem, sondern auch ein paar Meter weiter hinter der städtischen Sporthalle. Deren Sicherheitsdienst rufe „regelmäßig“ die Polizei, die auch eine Streife schicke. Doch kaum sind die Beamten weg, kehren die Krakeeler zurück oder treffen sich anderswo. (lö)

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Quelle: op-online.de

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