Dreieichbahn

Zwei Jahre voller Ungewissheit?

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Dunkle Wolken sehen Karl-Heinz Pfütze von der Nutzerinitiative Dreieichbahn und Kurt Krummholz von der IG Dreieichbahn (Foto) über der Dreieichbahn aufziehen. Ihre Befürchtung: Die Verbindungen werden massiv ausgedünnt, wenn ab 2016 der neue Vertrag zwischen Rhein-Main-Verkehrsverbund und DB Regio in Kraft tritt.  

Rödermark - Dreieichbahn-Initiative glaubt nicht an besseren Service, den der RMV verspricht. Klarheit bringt erst der Fahrplan. Von Michael Löw

Was erwartet die Kunden der Dreieichbahn, wenn am 30.  Juni 2016 der neue Vertrag mit dem alten Betreiber, der DB Regio, in Kraft tritt? Der Rhein-Main-Verkehrsverbund, der die Strecke zwischen Dieburg und Frankfurt betreibt, verspricht ein besseres Angebot. Die Nutzerinitiative Dreieichbahn und die IG Dreieichbahn befürchten dagegen große Nachteile auch für Pendler aus Ober-Roden und Urberach.

Auf der Dreieichbahn sollen ab 2016 „massive Angebotsausdünnungen“ greifen. Die Kürzungen beträfen die Verbindungen in der für Pendler eminent wichtigen Hauptverkehrszeit und am Vormittag, kritisiert Karl-Heinz Pfütze von der Nutzerinitiative Dreieichbahn den Verkehrsvertrag zwischen dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Bahn-Tochtergesellschaft DB Regio.

Derzeit fahren die Züge zwischen Ober-Roden und Buchschlag von 9 bis 12 Uhr im 30-Minuten-Takt. Den will der RMV auf 60 Minuten verlängern, befürchtet Pfütze. Nur noch alle 30 statt wie bisher alle 15 Minuten fahren die Züge zwischen 6.30 und 7.30 Uhr Richtung Frankfurt, nachmittags - von 16.30 bis 18.30 Uhr - werden die Abstände Richtung Rödermark und Dietzenbach länger. Kritikpunkt Nummer drei: Der neue Vertrag bedeutet laut Pfütze den Verlust von fast einem Drittel der Sitzplätze während des Berufsverkehrs.

Viele Studenten betroffen

Der Wegfall des 30-Minuten-Taktes am Vormittag trifft nach Ansicht von Kurt Krummholz (IG Dreieichbahn) viele Studenten der Berufsakademie Rhein-Main, deren Seminare nach 9 Uhr beginnen, oder Pendler mit flexiblen Arbeitszeiten Richtung Frankfurt.

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Dieses Bündel an Verschlechterungen könne der RMV auch nicht durch die zusätzlichen direkten Fahrten in den Frankfurter Hauptbahnhof am frühen Nachmittag ausgleichen. Denn davon profitiere nur ein Bruchteil der Fahrgäste. Für die große Mehrheit seien diese durchgehenden Verbindungen kein Fortschritt, weil die Dreieichbahn schon heute zur Hauptverkehrszeit sechs mal umsteigefrei in den Hauptbahnhof fährt. Nutzerinitiative und IG Dreieichbahn fordern, dass auf der Strecke alles beim Alten bleibt. Alles andere, so Karl-Heinz Pfütze, sei eine Täuschung von Kommunen, Politikern und Bürgern. Die Kritiker gestehen aber auch ein, dass ihre Sorgen möglicherweise unbegründet sein könnten. Solange aber der RMV die Details des ab 2016 gültigen Fahrplans nicht veröffentlicht, wollen sie weiter Druck machen.

Holzfällarbeiten an der Dreieichbahn (2011)

Holzfällarbeiten an der Dreieichbahn

Petra Eckweiler von der RMV-Pressestelle nannte die Befürchtungen gestern auf Anfrage unserer Zeitung „nachvollziehbar, aber nicht begründet“. Klarheit gebe es tatsächlich erst, wenn der Fahrplan in allen Einzelheiten ausgearbeitet ist. Immerhin scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen zu sein: „Wir werden die Sache genau beobachten. Nachbesserungen sind möglich.“

Weil eben jene Einzelheit fehlen, will Rödermarks Bürgermeister Roland Kern den neuen Vertrag noch nicht abschließend bewerten. Die zusätzlichen, im Stundentakt durchgehenden Züge nach Frankfurt sieht er positiv: Damit entspreche der RMV den Forderungen der Kreisverkehrsgesellschaft.

Quelle: op-online.de

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