Drittes „Pippi gehen“ nervt Mama und Papa

„Ich bin aber noch gar nicht müde“ – wie entkräften Mama oder Papa solche Aussagen, wenn ihre lieben Kleinen (wie hier Lukas, 5, und Maira, 2) sich abends immer und immer wieder die Treppe herunterschleichen? Foto: Ziesecke

Urberach - (chz) Alles muss man heutzutage lernen, nur Eltern und Kinder werden von jetzt auf gleich ohne Diplom aufeinander losgelassen, Haken und Ösen zeigen sich erst nach Monaten und Jahren.

Anregungen, wie man solche Probleme umschiffen und womöglich sogar im voraus verhindern kann, möchte die Elternschule geben, die der Kinderschutzbund und die Mitarbeiter des Familienzentrums in der städtischen Tagesstätte Liebigstraße anbietet.

Kurse für türkischsprachige Eltern, Unterstützung durch eine Hebamme, Fragen vom Baby bis zum Trotzalter: Profis helfen Eltern in vielen Lebenslagen. Das zuletzt behandelte Thema kennen wohl alle Mütter und Väter zur Genüge - das Theater rund ums abendliche Zur-Ruhe-Kommen und Schlafengehen. Eltern finden, dass ihr Kind Schlaf braucht, und freuen sich selbst auf entspannte Abendstunden; Kinder sehen diesen Rhythmus ganz anders und versuchen die Schlafenszeit hinauszuzögern.

Spätestens das fünfte Herunterschleichen, das dritte „Ich muss aber noch mal“ oder die vierte Portion Tee provozieren den Ärger - eigentlich alles nicht schlimm, hätten Eltern nicht auch eigene Bedürfnisse und nicht immer Nerven wie Stahl. Die Elternschule bot auch zu diesem Problem ein Referat mit Lösungsansätzen an.

„Jeden Abend das gleiche Theater?“ Dieser Zauber muss nicht sein ist sich Sozialpädagogin und Psychotherapeutin Hildegard Weidemann vom Deutschen Kinderschutzbund sicher; viele der Knackpunkte, an denen Kinder eigentlich zur Ruhe kommen sollten, sind hausgemacht: Papa und Mama möchten endlich in Ruhe die TV-Nachrichten sehen, die Kinder haben das Gefühl, etwas zu verpassen, dazu kommen Müdigkeit und Abgespanntheit.

Der Tipp der Fachfrau: „Machen Sie den Einstieg in den Abend zu einem echten „Feier-Abend“, entwickeln Sie ein regelmäßiges Prozedere, zu dem Singen und Lesen ebenso gehören können wie und Tanzen und Schmusen.“ Besonders wichtig: Erwachsene müssen sich einig präsentieren. Denn ganz schnell lernen Kinder, Eltern gegeneinander auszuspielen, wenn die Konsequenz fehlt. Die an diesem Abend anwesenden Mütter hatten zwar mit der erst vier, vierzehn und sechzehn Monate jungen Kindern diese Zoff-Zonen erst ganz am Rande entdeckt, doch sie waren froh, rechtzeitig über Rituale und Grundsätze unterrichtet worden zu sein.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare