Mit Drohungen in die Tierpension?

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Nicht alle Katzen finden ein so komfortables Urlaubsquartier wie diese beiden Miezen in der Tierpension von Angelika und Siegfried Overländer.

Ober-Roden ‐ Ferienzeit ist für Haustiere oft nur ein anderes Wort für Leidenszeit. Angelika Overländer, Besitzerin einer Tierpension in Rödermark, kann davon ein trauriges Lied singen. Von Michael Löw

Hunde und Katze werden landauf, landab zu Tausenden ausgesetzt. Angelika und Siegfried Overländer haben dieses Jahr aber eine neue Masche ausgemacht. „Die Leute verwechseln uns offenbar mit einem Tierheim. Sie rufen immer wieder an und sagen uns, dass sie ein Tier abgeben wollen. Wenn ich das ablehne, kommt sofort die Drohung, dass sie‘s dann halt aussetzen“, erzählt Angelika Overländer wütend und ratlos zugleich. Denn sie weiß nie, ob die Anrufer ihre Drohung wahr machen.

Immerhin: Dieses Jahr wurde noch kein Tier bei den Overländers ausgesetzt. Wahrscheinlich ist‘s nur eine Frage der Zeit, denn in der Vergangenheit wurden sie immer wieder zu Tiereltern wider Willen.

Das Aussetzen von Tieren ist eine Ordnungswidrigkeit, die laut Paragraph 3 des deutschen Tierschutzgesetztes verboten ist. Wer‘s trotzdem tut, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 25 000 Euro. Stirbt ein ausgesetztes Tier, drohen bis zu drei Jahren Haft. In der Regel verhängen die Behörden aber nur Bußgelder zwischen 300 und 800 Euro - was Tierschützern zu wenig ist. Sie fordern schon lange eine Verschärfung des Tierrechts.

Das Gesetz kennt übrigens keine mildernden Umstände. Auch wer seine Katze im gepolsterten Körbchen vor eine Tierpension stellt und vielleicht sogar noch gut versteckt wartet, bis sie rein geholt wird, ist dran.

Quelle: op-online.de

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