Echte Klassiker genießen Bestandsschutz

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Büchereileterin Brigitte Stenske und ihr Team zeigten den Besuchern am Tag der offenen Tür, was es mit der Onleihe auf sich hat. Sie erlaubt den Zugriff auf 15 000 digitale Medien, und da ständig weitere Büchereien dem Verbund beitreten, dürfte das elektronisch verfügbare Angebot von Tag zu Tag größer werden.

Ober-Roden (ey) - Der so genannte physische Bestand – die Bücher also, die man im Bücherturm in die Hand nehmen, probelesen und bei Gefallen ausleihen kann – umfasst derzeit rund 34 000 Medien. Das digitale Angebot holt stark auf.

Seit Oktober 2010 ist die Stadtbücherei Rödermark dem Onleihe-Verbund Hessen angeschlossen. Damit haben die Leser Zugriff auf mehr als 15 000 digitale Medien wie E-Books, Audio-Dateien oder Filme zum kostenlosen Download.

Neue Medien im Mittelpunkt

Die digitalen Medien stellte das Büchereiteam in den Mittelpunkt seines ersten Tages der Offenen Tür. Leiterin Brigitte Stenske erklärte an drei Internetplätzen ganz genau, wie der Onleihe-Verbund funktioniert. Die registrierten Nutzer der teilnehmenden Büchereien können unter onleihe.net von Überall und zu jeder Zeit digitale Medien ausleihen. Genaue Zahlen liegen zwar noch nicht vor. Man könne aber bereits jetzt sagen, dass das Angebot, so Brigitte Stenske, gut angenommen werde. Mit dem Onleihe-Angebot will die Stadtbücherei auch Nutzer ansprechen, die bislang noch keinen Leseausweis haben.

Mit einem Gewinnspiel haben die Bibliothekare noch einmal die Werbetrommel gerührt. Unter den neuen Teilnehmern am Onleihe-Verbund wurde ein E-Book-Reader - also ein elektronisches Lesegerät, das der Verein „Lese-Zeichen“ stiftete, - verlost. Wolfgang Roth wurde als Gewinner gezogen.

Die Zahl „echter“ Bücher ist seit dem Bau der Bücherturms derweil in etwa gleich geblieben. Ständig werden neue angeschafft, aber auch alte aussortiert. Von den rund 34 000 Medien in der Trinkbrunnenstraße sind mehr als 28 000 Bücher. Hinzu kommen so genannte „Non-Books“ wie Hörspiele auf CD, Filme auf DVD oder PC-Software auf CD-ROMs. Mit der Filiale in Urberach umfasst der Bestand der Stadtbücherei sogar rund 43 500 Medien.

Bei der systematischen Erneuerung des Bestandes geht das Büchereiteam nach verschiedenen Kriterierien vor. Der Verschleiß der Bücher spielt natürlich eine wichtige Rolle, ist allerdings nicht alleine ausschlaggebend. So genießen echte Klassiker Bestandsschutz. Dagegen kann ein Werk, dass zwar wenig abgegriffen ist, aber schon mehre Jahre nicht mehr ausgeliehen wurde, auch schon mal frühzeitig aus dem Programm fliegen. „Es ist also nicht so, dass wir sagen: Alles war älter als fünf Jahre ist, fliegt raus“, sagt Brigitte Stenske.

Froh sind die Bibliothekare, dass die vor der Kommunalwahl von der Politik beschlossenen einschneidenden Einsparvorschläge erst einmal nicht in die Tat umgesetzt worden sind. Brigitte Stenske und ihre Kollegen sind sich jedoch im Klaren darüber, dass Diskussionen dieser Art in Zeiten knapper Kassen immer wieder aufkommen werden. „Da wir nun einmal zu den freiwilligen Leistungen zählen, müssen wir jedes Jahr aufs Neue kämpfen.“

Der Anschaffungsetat für den Bücherturm und für die Bücherei in Urberach beträgt 2011 Jahr insgesamt 15 000 Euro. Da das für eine Bücherei dieser Größenordnung relativ niedrig sei, ist man bei der Rödermärker Stadtbücherei immer auch auf Bücherspenden angewiesen. Der Freundeskreis der Stadtbücherei „Lese-Zeichen“ ist da immer wieder eine wertvolle Stütze. Der Verein veranstaltete am Tag der Offenen Tür einen großen Bücherflohmarkt, dessen Erlös wie immer der Stadtbücherei zugute kommt.

2010 war das Interesse am mit 78 500 Ausleihen im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gesunken. Allerdings hatte man in den Jahren zuvor bei den Ausleihen auch immer Steigerungsraten vorzuweisen. Bei den Büchern erreicht die Kinder- und Jugendliteratur den höchsten Ausleihumsatz, gefolgt Belletristik und der Sachliteratur. Die ausleihstärkste Mediengruppe war auch 2010 der „Non-Books“-Bereich.

Quelle: op-online.de

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