„Endlisch Musigg“-Orchester holt bei Märchenkonzert rund 70 Kinder auf die Bühne

Ein echtes Gemeinschaftswerk

+
Tänzerinnen der Ballettschule von Heidrun Götz waren mit kleinen Szenen aus dem Leben des hölzernen Bengels Pinocchio ein Blickfang vor Andreas Zöller und seinem Orchester.  

Ober-Roden - Ein gut 70 Stimmen starker Kinderchor und Balletttänzerinnen begleiteten das „Endlisch Musigg“-Orchester auf „Pinocchios abenteuerlicher Reise“. Eine proppenvolle Kulturhalle war der Lohn für ein aufwendiges Mitmachkonzert. Von Christine Ziesecke 

„Pinocchios abenteuerliche Reise“: Mit diesem märchenhaften Stück hat das „Endlisch Musigg“-Orchester des Musikvereins Viktoria 08 unter der Leitung von Andreas Zöller ins Schwarze getroffen. Seit elf Jahren versucht die Truppe, die großteils aus Seiteneinsteigern besteht, nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch mit besonderen Rahmenhandlungen ihr immer perfekter werdendes Können in Szene zu setzen.

Diesmal waren es vor allem die Kinder, die Zöller und sein Orchester mit eingebauten Ballett- und Spielszenen und mit einer weitgehend bekannten Handlung anziehen wollten. Das gelang nicht nur dank seiner gefühlvollen Umsetzung prächtig.

Dass die rund 50 schwarz gekleideten und recht ernst auf ihre Instrumente blickenden Musiker mit ihrer gefühlsbetonten, aber durchaus anspruchsvollen Musik die teilweise noch ganz kleinen Kinder begeisterten, ist der gesamten Atmosphäre zu verdanken. Schon im Foyer hatte „Endlisch Musigg“ mit einer Pinocchio-Fotowand, einem hölzernen Bengelchen mit langer Lügennase und Instrumenten zum Ausprobieren an die Jüngsten gedacht.

Das Mitblättern im Buch auf der großen Videowand ließ diese mehr als einstündige Veranstaltung nicht zu lang werden. Die Kinder im Saal hatten ständig etwas zum Schauen und zum Zuhören, was sogar die Großen faszinierte. Und auch der Vorleser, Schauspieler und Improvisationskünstler Frederik Malsy, wusste kindgerecht mit dem Text umzugehen - stets hatte er sie mit kleinen Spannungsmomenten gespickt.

Viele Einsätze hatten die Kinder, die vor der Bühne den Rhythmus angaben und das „Endlisch-Musigg“-Orchester begleiteten.

Außerdem passierte ja auch so einiges vor dem großen Orchester. Die jüngsten Elevinnen der Ballettschule von Heidrun Götz tanzten und spielten kleine Szenen aus dem Kinderroman, der auch für Große lehrreich sein kann. Zudem wirkten Kinder der Kitas Amselstraße, Potsdamer Straße und vom Kinderhaus Unter dem Regenbogen als riesengroße Hintergrund-Combo mit. Ihre Instrumente waren hölzerne, der Pinocchio-Nase nachempfundene Rasseln.

Natürlich durfte auch der zwischen Gut und Böse schwankende Schwindler mit seiner Zauberfee nicht fehlen – die Beiden betrachteten das Geschehen vom Bühnenrand. Das fulminante Happy End wurde vom Chor der Kita-Kinder begleitet, der als krönenden Abschluss auch noch Adventslieder präsentierte.

Bilder: Pinocchio-Märchen in Ober-Roden

Da erst fiel so mancher Blick wieder auf das Orchester, das sich ganz bewusst optisch zurückgenommen hat, um Märchenhaftes mit Kindern für Kinder zu spielen. Dabei hätten seine Mitglieder selbst einen Solopart übernehmen können. Es wurde fast übersehen, wie großartig längst viele der vor wenigen Jahren „auf dem zweiten Bildungsweg“ zum Musizieren oder zu ihrem neuen Instrument gekommenen Bläserinnen und Bläser spielen. Sie mussten sich absolut nicht hinter dem Geschehen am Bühnenrand verstecken.

Dirigent Andreas Zöller hat die Spätberufenen-Truppe längst perfekt in Schuss gebracht. Er fordert, aber überfordert sie nicht, und weiß immer neue Rahmenhandlungen für seine „Endlisch-Musigg“-Konzerte zu finden.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare