Rotes Kreuz hat in 62 Jahren 30 000 Spenden abgezapft

Rödermark: ein Tankwagen voller Blut

30 000 Blutspenden hat das Rote Kreuz seit Dezember 1958 in Urberach abgenommen. Das wurde beim jüngsten Termin gewürdigt (linkes Bild): Peter Heilig 29 999. Spende, Reiner Pyka (Blutspendeleiter), Maritta Braun 30 000. Spende, Günther Meister (Vorsitzender), Rudi Khalil 30 001. Spende (von links). Otto Hahn (rechtes Bild) leistete an diesem Abend seine 136. und letzte Spende. Er hat die Altersgrenze erreicht.
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Rödermark: 30 000 Blutspenden hat das Rote Kreuz seit Dezember 1958 in Urberach abgenommen. Das wurde beim jüngsten Termin gewürdigt: Peter Heilig 29 999. Spende, Reiner Pyka (Blutspendeleiter), Maritta Braun 30 000. Spende, Günther Meister (Vorsitzender), Rudi Khalil 30 001. Spende (von links).

Mehr als 62 Jahre musste man in Rödermark warten, bis er im Beutel war: der 15 000. Liter Blut bei öffentlichen Spendeterminen in Urberach. Die Jubiläumsspende Nummer 30 000 lieferte Maritta Braun ab, die an diesem Tag ihre 16. Spende leistete. Nummer 29 999 kam von Peter Heilig und war seine 104. Spende. Rudi Khalil lieferte mit seiner vierten Spende die 30 001. Spende. Das Rote Kreuz dankte mit einem Gutschein sowie einem Blumenstrauß. Als 30 002. verpasste Otto Hahn knapp das Jubiläum. Er leistete seine 136. Spende unmittelbar vor seinem Geburtstag am nächsten Tag. Damit endet seine Blutspendelaufbahn aufgrund der Altersgrenze.

Rödermark - Das Blutspenden in Urberach begann am 12. Dezember 1958 mit einem Ergebnis von 108 Konserven und erreichte am 29. August 2000 mit 261 Konserven seinen Höhepunkt. Jetzt ist das Rote Kreuz mit zuletzt durchschnittlich 164 Spenden pro Termin weit von den früheren Spitzenwerten entfernt.

In den vergangenen Jahrzehnten hat nicht nur das Personal der Urberacher DRK’ler gewechselt, auch die Orte variierten. Von 1958 bis 1982 fanden die Termine in der Schule an den Linden statt, von 1983 bis 2008 war man Gast im mitlerweile abgerissenen Gallusheim der katholischen Pfarrgemeinde. Zwei Blutspenden fanden 1989 und 1990 im evangelischen Gemeindehaus statt, weil das Gallusheim renoviert wurde.

Seit 2009 ist das Rote Kreuz in der Halle Urberach daheim. Anfangs samstags und dienstags, seit 2015 wieder vier Mal traditionell dienstags. Aufgrund Renovierungsarbeiten wich man 2013 zwei Mal in die MTV-Halle aus.

Während bis 1961 ein Termin pro Jahr stattfand, stieg die Zahl bereits 1962 auf zwei Termine, 1983 auf drei und ab 1999 dann auf vier Termine jährlich. Und es geht weiter: 2023 soll probeweise erst einmal auf fünf Termine erhöht werden. Hintergrund sind die großen Räumlichkeiten, die konstanten Spenderzahlen und die hohe Termintreue der vorab online angemeldeten Spendewilligen. Die gute Organisation wurde auch diesmal wieder von mehreren auswärtigen Spendern positiv bewertet.

Nebenbei bemerkt: 30 000 Blutspenden sind beeindruckend. Doch diese Zahl relativiert sich vor der Tatsache, dass in Deutschland täglich etwa 15 000 Konserven benötigt werden. Was in Urberach also in über 62 Jahren gespendet wurde, deckt den bundesweiten Bedarf nur zwei Tage.

Hier wird deutlich, welch hoher Aufwand betrieben werden muss, um die lebenswichtige Flüssigkeit zu bekommen. „Umso wichtiger, dass sich immer neue langfristige Spender für diese gute Tat finden“, sagt Rot-Kreuz-Vorsitzender Günter Meister und bilanziert: „Der Termin jetzt erbrachte mit 168 Interessenten und 159 Konserven, darunter neun Erstspenden, das erwartete Ergebnis.“

Auf die Ehrungen vor Ort muss das DRK nach wie vor verzichten, da die Devise gilt: möglichst wenige Kontakte und Helfer während des Termins. Die Jubiläumsspender werden deshalb per Post geehrt. Die höchste Auszeichnung wäre Markus Theis zuteilgeworden, der für die 50. Spende mit der Goldnadel, einer Urkunde und mit einem Gutschein des Ortsvereins geehrt worden.

Die Goldnadel für 25 Spenden erhielten Roswitha Lasser (Rodgau) und Silke Seitel. Zum zehnten Mal spendeten Sebastian Kärgel (Langen), Sarina Lauterbach und Sophia Schwarzkopf. (Christine Ziesecke)

Rödermark: Otto Hahn, Blutspender

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