Hoher Schaden, wenig Beute

Einbrecher wüten im BSC-Clubheim

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Zigaretten sind eine begehrte Beute, denn sie lassen sich leicht versilbern.

Urberach - Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage suchten Einbrecher eine abseits gelegene Gaststätte heim. Diesmal traf es das Clubheim des BSC Urberach. In der Nacht zum 18. März brachen zwei Männer ins Hotel „Odenwaldblick“ ein.

Was die Einbrecher in der Nacht zum Freitag beim BSC wirklich suchten, gibt dem Vorstand Rätsel auf. Sie hatten alle Eingangstüren geknackt, den Zigarettenautomaten mit gröbster Gewalt aufgebrochen und leer geräumt und den Videobeamer ausgebaut. Andere Wertgegenstände gerade aus dem Elektronikbereich haben sie aber unverständlicherweise stehen lassen. In der Küche der Pizzeria haben sie den Kühlschrank aufgemacht - Lebensmittel verdarben.

Mit den nicht miteinander verbundenen Räumlichkeiten waren die Einbrecher offensichtlich nicht vertraut. Denn sonst hätten sie wohl nicht die kräftige Eisenstange vor dem Abstellraum, in dem nur einige hundert benutzte Tennisbälle lagerten, geknackt. Auch die Putzmittel wurden wohl auf der Suche nach Besserem herausgestellt; das störende Licht über der Eingangstür wurde demoliert. „Unsere Schlösser haben dem Angriff alle standgehalten, aber die Einbrecher haben einfach die Stangen vor den Schlössern abgeknickt und herausgerissen“, wundert sich Steffen Völklein, der mit seinem Sohn den Einbruch entdeckt hatte, über die außergewöhnliche Kraft der „Tiere“, wie er die Ganoven bezeichnet: „Das waren auf alle Fälle keine Frauen!“

Sie haben die Räume - sieht man von den schweren Verputz-Schäden neben den Türen ab - weitgehend unversehrt gelassen. Im Restaurant haben sie die Theke umgekrempelt, aber ohne Erfolg. „Zum Glück haben wir unseren Rasentraktor letzte Woche zur Inspektion gebracht“, atmet Steffen Völklein auf. Beim Beamer hatte der BSC weniger Glück als beim letzten Mal. Vor ein paar Jahren war er schon einmal entwendet worden, doch die Diebe hatten ihn im Hof vergessen. Der Einbruch im Clubheim spricht wieder einmal dafür, dass es am wenigsten aufwändig ist, Türen offen zu lassen: Die einzige nicht verschlossene Tür ist auch die einzige unversehrte.

So schützen Sie sich vor Einbrechern

So schützen Sie sich vor Einbrechern

Die Kriminalpolizei hat erst gar keine Spuren aufgenommen, weil im und am Vereinsheim natürlich Hunderte von Fingerabdrücken und falscher Indizien zu finden sind. Derzeitiger Stand nach Angaben des BSC-Vorsitzenden Martin Hofmann: Noch am Freitag wurden alle Türen durch Schlösser mit Riegeln gesichert und notfalls zugeschweißt. „Bis die Schäden behoben sind und die Türen und Zargen ausgetauscht wurden, ist nur eine Tür zugänglich. Von der Kripo habe ich nichts mehr gehört. Wir prüfen jetzt eine Videoüberwachung. Für die Instandsetzung holen wir jetzt Angebote ein, dann wissen wir mehr. Vielleicht wird ein Versicherungsgutachten erstellt werden müssen. Der BSC ist gut versichert und die Schäden können wohl so behoben werden.“ Doch die viele ehrenamtliche Arbeit bis zur endgültigen Ausbesserung aller mutwilligen Schäden ist dabei nicht eingeschlossen - und das alles wegen brachialer Gewalt einiger unsozialer Widerlinge.

(chz)

Quelle: op-online.de

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