St. Gallus ist erst 175 Jahre eigenständig

Eine junge Pfarrgemeinde

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1946 waren die Gottesdienste in der St. Gallus-Kirche fast immer voll, obwohl der Zweite Weltkrieg e viele Urberacher Soldaten das Leben gekostet hatte. Doch die vielen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen aus Ost- und Südosteuropa waren meist katholisch. Deshalb dachte die Pfarrgemeinde trotz bitterer Armut über die Vergrößerung der Kirche nach.  

Urberach - 175 Jahre sind für eine katholische Kirchengemeinde in einem mehr als 700 Jahre alten, gewachsenen Ort eine kurze Zeit.

 Der Heimat- und Geschichtsverein hat die Eigenständigkeit der St.Gallus-Gemeinde in einer Ausstellung dokumentiert, die morgen beim Pfarrfest eröffnet wird.
Die Katholiken des Dorfes Urberach hofften schon im 18. Jahrhundert auf eine eigene Pfarrei. Dies belegen Hinweise aus Schriftstücken wie dem Tauschvertrag des Kurfürsten von Schönborn und des Grafen von Isenburg aus dem Jahr 1706. Doch die Urberacher mussten lange warten. Der Bau der Moller-Kirche an ihrer heutigen Stelle wurde 1821 bis 23 noch von Pfarrer Lorenz Bauer aus Ober-Roden veranlasst und mit hohem Engagement verwirklicht. Doch erst 1842, rund 20 Jahre danach, war es soweit: Urberach löste sich auf Wunsch der politischen Gemeinde von der Mutterkirche St. Nazarius in Ober-Roden, der sie vermutlich von Anfang an angehört hatte.

Mit Johann Baptist Eder kam im gleichen Jahr der erste Pfarrer nach Urberach. Er wohnte zwei Jahre im Haus Böffinger zur Miete, bis das Pfarrhaus dann endlich auch bezugsfertig war. Eine Plakette an der Kirchenwand von St. Gallus erinnert an das 150-jährige Jubiläum 1992 und auch an den Pfarreienverbund, der die Pfarreien wieder vereinte.

Abbau von Strommasten in Urberach: Bilder

Der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) nahm diesen Teil der Geschichte Urberachs zum Anlass einer Jubiläumsausstellung. Zu sehen ist sie an Fronleichnam während des Pfarrfestes im Gemeindezentrum auf dem Gallusplatz. Herausgekommen ist eine umfangreiche Dokumentation mit einigen bisher unveröffentlichten Fotografien und alten Schriftstücken, die rückblickend auch zum Schmunzeln einladen. Neben Einblicken in das Leben der Gemeinde in dieser Zeit nimmt der HGV auch ausführlich auf den Kirchenbau Bezug. Die Vorsitzende Patricia Lips und ihre Helfer spannen den Bogen vom „alten Kirchlein“ ungefähr an der Stelle des heutigen Rathauses, über den „Moller-Bau“ und dessen Erweiterungen und Veränderungen im Laufe der Zeit. (lö)

Quelle: op-online.de

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