Einschnitte, die weh tun können

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Mit einem Sack voller Geld kann Kämmerer Alexander Sturm (CDU) nicht aufwarten. Deshalb schlagen er und die CDU/SPD-Kooperation eine Reihe von Maßnahmen vor, die den Haushalt 2011 um rund 1,35 Millionen Euro entlasten sollen. Sparen wollen sie bei der städtischen Jugendarbeit, beim Ordnungsamt, beim Kulturprogramm und beim Badehaus.

Rödermark ‐ Um knapp 1,35 Millionen Euro wollen die CDU/SPD-Kooperation und Kämmerer Alexander Sturm (CDU) das Defizit im Haushalt 2011 drücken. Der Stadt Rödermark fehlen dieses Jahr 8,7 Millionen Euro, um ihre Ausgaben decken zu können. Von Michael Löw

„Wir wissen, dass das der Bevölkerung nicht unbedingt gefallen wird“, warnte der SPD-Fraktionsvorsitzende Armin Lauer vor Einschnitten, die weh tun können. Sein christdemokratischer Kollege Michael Gensert versicherte: „Es wird aber keinen Kahlschlag geben!“

Die Kooperation will den Haushalt am 15. Februar im Parlament beschließen. Die Entscheidung bis nach der Kommunalwahl verschieben, lehnen Kooperation und Kämmerer ab.

Sparbeispiele

Wie wollen das schwarz-rote Bündnis beziehungsweise Stadtrat Sturm das Finanzloch stopfen? Ein paar Sparbeispiele, die übrigens fast alle bis ins Jahr 2015 fortgeschrieben werden sollen. Das entlaste die Stadt im besten Fall um 5,5 Millionen Euro:

- Kräftig sparen will die Kooperation bei der kommunalen Jugendarbeit. 60.000 Euro will sie der Jugendpflege dieses Jahr streichen, nächstes Jahr sind‘s dann 200.000 Euro. Lauer: „Die Zahlen haben uns fast erschlagen.“ 520.000 Euro stehen seinen Angaben nach für das Jugendhaus Ober-Roden und die längst geschlossene Begegnungsstätte in Urberach zur Verfügung.

- 60.000 Euro (Kämmerer Sturm), vielleicht sogar 130.000 Euro (Kooperation) soll das Badehaus sparen. Das Schwimmbad wird außer dienstags an zwei weiteren Tagen fürs normale Publikum geschlossen und für Schulen oder Vereine reserviert. Das reduziere die Personalkosten und senke den Energieverbrauch.

Effektiver wirtschaften bei der Kinderbetreuung

- Um bis zu einem Drittel wollen die schwarz-roten Sanierer die Öffnungszeiten der Stadtbücherei kürzen. Sie fordern zudem mehr ehrenamtliches Engagement und eine „Konzentration auf die Kernaufgaben einer Bibliothek“. 30.000 Euro soll das bringen.

- Zehn besonders defizitäre Kulturveranstaltungen weniger, 40.000 Euro mehr in der Kasse. So lautet die Rechnung der Kooperation beim Theaterprogramm.

- Effektiver wirtschaften wollen Kooperation und Kämmerer auch bei der Kinderbetreuung. 380.000 Euro Kostenerstattung fordert Sturm vom Land: Rödermark erfülle Mindestanforderungen beim Verhältnis zwischen Erzieherinnen und Kindern, die ab 2012 gelten, schon heute. 70.000 Euro in diesem und jeweils 170.000 Euro in den kommenden vier Jahren spart die Stadt nach Sturms Rechnung, wenn sie die Kleinkinderbetreuung (Stichwort: U 3) freien Trägern übergibt.

Diese und weitere Sparvorschläge sollen dazu beitragen, dass ab 2016 eine lokale Schuldenbremse greift.

Quelle: op-online.de

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