40 Jahre Zusammenschluss von Ober-Roden und Urberach / 60 Jahre Gewerbeverein

Einst ungeliebtes Kind lässt sich feiern

Rödermark - Der Bürgerempfang von Stadt und Gewerbeverein am 15. Januar steht im Zeichen eines doppelten Geburtstags: 2017 wird Rödermark 40 Jahre alt, sein 60-jähriges Bestehen feierte der Gewerbeverein vor wenigen Wochen. Die gemeinsamen 100 Jahre sollen groß gefeiert werden.

40 + 60 = 100: Diese Addition prägt den Neujahrsempfang, zu dem Stadt und Gewerbeverein am Sonntag, 15. Januar, um 11 Uhr in die Kulturhalle einladen. Vor 40 Jahren schloss die Gebietsreform Ober-Roden und Urberach zu Rödermark zusammen, vor 60 Jahren gründete sich der Gewerbeverein. Beides wird in Ansprachen und einer von Elfriede Lotz-Frank moderierten Gesprächsrunde mit Bürgermeister Roland Kern und seinen Vorgängern, den Ehrenbürgermeistern Walter Faust und Alfons Maurer, gewürdigt. Eine Fotoschau lässt 40 Jahre Rödermark im Bild Revue passieren. Den unterhaltsamen Rahmen bilden der Musikverein 06 Urberach, die Europa-Songgruppe der Nell-Breuning-Schule, die ehemaligen Orwisch-Finest-Protagonisten Christian Groh und Dennis Leistikow sowie das Trommel-Duo „Bros on Drums“.

Die Großgemeinde Rödermark entstand im Zuge der hessischen Gebietsreform zum 1. Januar 1977. Trotz Jahrhunderte langer Eigenständigkeit der heutigen Stadtteile – Ober-Roden wurde erstmals 786 urkundlich erwähnt, Urberach 1275 – bilden die Orte, die als Rödermark 1980 die Stadtrechte verliehen bekamen, mittlerweile eine Einheit. Diese Einheit wird in Kerb- und Büttenreden bis heute augenzwinkernd auf die Probe gestellt. „Orwischer“ und „Oweräirer“ haben sich zwar nicht gesucht – die Zusammenlegung stieß auf heftigen Widerstand –, aber im Laufe der Jahre gefunden.

Der Name „Rödermark“ sei „aus historischer Sicht treffend gewählt“ worden, befand der 2013 verstorbene Ortshistoriker Norbert Cobabus in einem Abriss zur Geschichte der Stadt, „weil die über etliche Jahrhunderte existierende „Röder Mark“ im Zusammenhang mit dem in Ober-Roden gegründeten Nonnenkloster hier ihren Ursprung hatte“. In der Festschrift zur Verleihung der Stadtrechte am 23. August 1980 schrieb der aus Ober-Roden stammende spätere hessische Landesarchäologe Professor Dr. Egon Schallmayer: „Als nach der 1974 vom Hessischen Landtag beschlossenen Gebietsreform feststand, dass die beiden Gemeinden Ober-Roden und Urberach zu einer neuen Großgemeinde zusammengeschlossen werden sollten, wählte man diesen Namen bewusst, sollte doch damit der historischen Dimension des neuen Gemeinwesens Ausdruck verliehen werden.

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Die Vermeidung eines andernorts so häufig anzutreffenden ‚Kunstnamens‘ war richtig. Einerseits wurde nämlich erreicht, dass sich die alteingesessenen Einwohner auch mit dem neuen Gebilde identifizieren konnten, andererseits den Neubürgern die Möglichkeit eröffnet, sich in einer ‚ historisch gewachsenen Gemeinde anzusiedeln. Sowohl das eine als auch das andere ist ein gewichtiger Aspekt dessen, was man gemeinhin als Lebensqualität zu bezeichnen pflegt, was letztlich aber ein Sich-wohlfühlen in vertrauter Umgebung meint.“ (lö)

Quelle: op-online.de

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