Neubau der Behindertenhilfe

Einweihung von Thomin-Haus

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Mitarbeiter und Bewohner des Wilhelm-Thomin-Hauses feierten gestern mit vielen Gästen aus Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Politik und Nachbarschaft die Einweihung des 3,1 Millionen Euro teuren Neubaus. 

Ober-Roden - 18 Frauen und Männer mit geistigem Handicap sind jetzt offiziell Rödermärker. Die Behindertenhilfe für Stadt und Kreis Offenbach weihte gestern das Wilhelm-Thomin-Haus ein. Der zweigeschossige Neubau im Breidert kostete 3,1 Millionen Euro.

Gut Ding will Weile haben. Was lange währt, wird endlich gut: Selten treffen zwei immer bemühte Sprichworte so zu wie beim Wilhelm-Thomin-Haus der Behindertenhilfe für Stadt und Kreis Offenbach. „Das erste Rädchen hat sich 2005 gedreht. Da kam Geschäftsführer Jürgen Großer mit der Idee einer Wohnanlage auf dem Kirchengrundstück in der Erikastraße auf mich zu“, erinnerte Bürgermeister Roland Kern an die Anfänge. Zwölf Jahre gingen bis zur Einweihung gestern ins Land. Denn bevor sich die Rädchen richtig drehen konnten, war jede Menge Sand im Getriebe.

Das Grundstück zwischen Erikastraße und Azaleenweg war jahrzehntelang als Standort eines zweiten evangelischen Gemeindehauses verplant. Weil aber Kirchen eher schrumpfen als wachsen, begannen Überlegungen zur neuen Nutzung.

Provisorisch diente das Gelände fast genau so lang als Spiel- und Bolzplatz für den vorderen Teil des Breidert. Dass der mehr als zwei Drittel seiner Fläche verliert, stieß anfangs auf wenig Begeisterung. Kirchengemeinde und Behindertenhilfe schlossen nach langer Diskussion einen Erbpachtvertrag. Die Stadt änderte den Bebauungsplan. Im Januar 2016 begannen die Bauarbeiten. Ende Mai 2017 zogen die Bewohner ein.

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Sie leben in vier Appartements von 22 und 14 Einzelzimmern von 16 Quadratmetern. Je zwei Zimmer teilen sich ein Bad. Privatsphäre müsse auch für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung eine Selbstverständlichkeit sein, beschrieb Kreissozialdezernent Carsten Müller, der Vorsitzende der Behindertenhilfe, das Konzept des 3,1 Millionen Euro teuren und 1 250 Quadratmeter großen Wilhelm-Thomin-Hauses.

In der ungefähr gleich großen Philipp-Jäger-Anlage in Dietzenbach leben fast doppelt so viele Behinderte. Die profitiert ebenso wie der Wohnverbund in Langen vom Neubau in Ober-Roden. Auch dort werden die nicht mehr zeitgemäßen Doppel- in Einzelzimmer umgewandelt.

Die 18-Neu-Rödermärker werden von fast ebenso vielen Mitarbeitern betreut. Auch nachts und am Wochenende ist immer Personal da. Susanne Hahn ist die Leiterin des Wilhelm-Thomin-Hauses.

Seine Einweihung ist für Carsten Müller nur ein Zwischenschritt. Die nächsten Projekte seien schon in Planung - in Hainburg und Egelsbach. Müller nannte bei der Feier zwei beeindruckende Zahlen: Die Behindertenhilfe beschäftigt derzeit rund 600 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 25 Millionen Euro. (lö)

Quelle: op-online.de

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