Eisgekühlte Forellen

+
Als Eisbrecher betätigten sich Ayk Sahinyab und Kevin Okon mit Spitzhacke und Rechen vom Kahn aus, damit die Angler dem Eis-Angeln frönen konnten. Erst ein betäubender Schlag mit dem Holzstab auf den Kopf, dann ein Stich mit dem Messer zwischen die Kiemen genau ins Herz – und die Forelle kann zum Mittagsmahl werden. Links: Günther Käfer.

Waldacker ‐ Auch im Winter lässt sich angeln, wie der Angelsportverein Rödermark beweist. Ein kleines Loch in der Eisfläche reicht aus - und schon kann es mit dem Eisangeln los gehen. Am idyllischen Berngrundsee zwischen Waldacker und Ober-Roden geht das, solange die Eisdecke zum Betreten noch zu dünn ist, noch feudaler. Von Christine Ziesecke

Statt nur mit dem Eispickel sorgten die beiden jungen ASV-Mitglieder Ayk Sahinyan und Kevin Okon als Eisbrecher im Kahn mit lautem Gehämmer für berstende Schollen in der durchschnittlich drei Zentimeter dicken Eisdecke des Sees.

Günther Käfer

Verschreckt der Lärm nicht die Fische? „Alle anderen schon, die Karpfen etwa wären längst verschwunden, aber Forellen sind dafür zu dumm und zu gierig - sie bleiben trotzdem in Ufernähe und eifern nach Futter“, bestätigte Günther Käfer, der die erste aller Forellen am Haken hatte, während die meisten der anderen Vereinsmitglieder noch fröstelnd am Ufer ausharrten und feststellten: „Eis gibt‘s genug, aber die Fische beißen nicht an!“

Messerstich genau ins Herz

Paul Röhnke, mit 78 Jahren einer der ältesten und längsten Vereinsmitglieder des ASV, hielt demonstrativ neben der leeren Angel die Eisschollen in die Höhe, während Pressesprecher Norbert Globisz versicherte, erst vor zwei Wochen während der Ruhephase eine große Menge bis zu 60 Zentimeter langer Forellen in den See eingesetzt zu haben.

Oberhalb des Ufers brannte derweil ein kleines Feuer, zum Aufwärmen und zum Grillen für all jene, die der Kälte über die Mittagszeit hinweg widerstanden. Die geangelten Fische dagegen wurden mit nach Hause genommen, soweit sie „mäßig“ sind, also den für jede Art unterschiedlichen Größennormen entsprechen, die ein Abangeln gestatten. Gut für Angler, schlecht für die Forellen: Wer sich als Fisch nicht rechtzeitig vom Haken befreite, wurde mit einem kurzen Schlag mit dem Holzstab betäubt und dann mit einem gezielten Messerstich genau ins Herz getötet.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare