Ekelprüfung am Feldweg

Was tun gegen den stinkenden Hundekot?

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Es könnte so einfach sein: Direkt am Beginn des Fußweges, den die meisten Hundehalter allmorgendlich im Breidert nutzen, steht eine „Doggy Station“, ein gut gefüllter Tütenhalter für die tierischen Hinterlassenschaften.

Ober-Roden - Das RTL-Dschungelcamp ist vorbei, doch Ekelprüfungen gibt’s auch in Rödermark zu Hauf. Hundedreck stinkt besonders jenen Ober-Rödern, die zwischen Breidert und Nieder-Roden im Feld unterwegs sind. Doch was kann man dagegen tun? Patentrezepte hat niemand parat. Von Christine Ziesecke 

In Rödermark sind nach amtlicher Aussage derzeit 1333 Hunde angemeldet. Wenn jeder Vierbeiner auch nur zweimal täglich einen Haufen hinterlässt, sind das recht viele Hundehaufen. Aber müssen die alle an unseren Wegrändern, wo sie breit getreten werden, oder gar in Getreide- und Maisfeldern liegen?

An zwei oder drei Tagen pro Woche walken und joggen Hannelore Röhrig, Elke Müller und Marita Weber frühmorgens zwischen dem Breidert und Nieder-Roden durch Feld, Wald und Wiese, und immer öfter empören sie sich über die Nachlässigkeit und Unverfrorenheit ihrer Mitmenschen. Die Wegränder - aber nicht nur die - sind übersät mit Hundehaufen jeder Größe und Beschaffenheit. Die drei Frauen retten sich laufend darum herum, aber immer wieder landen sie in der morgendlichen Düsternis eben doch mitten drin. Spielende Kinder oder ältere Spaziergänger sind ebenfalls betroffen.

Nicht-Hundebesitzer sind sauer

Nicht-Hundebesitzer sind sauer, weil neben den Haufen ihr tägliches Brot wächst. Das Getreide, das diversen Untersuchungen zufolge erheblich kontaminiert wird, verliert nicht nur an Wert für den Landwirt, sondern verbreitet auch die Schadstoffe aus dem Hundedarm weiter. Bauern befürchten zudem gesundheitliche Belastungen grasender Rinder.

Gegen Hundekacke macht momentan die Initiative „Wir sind Breidert“ mobil. Dass der dringende Aufruf vom dort ausgeht, ist nur deren Aktivität zu verdanken; es könnte ganz genauso die Kinzig- oder die Falkenstraße in Urberach oder der Grünstreifen an der Hauptstraße in Waldacker sein - die Tretminen lauern überall. „Doggy Stations“, an denen Herrchen und Frauen Tüten zum Entsorgen der Hinterlassenschaften ziehen können, gibt’s derzeit vier in Rödermark. Unter anderem stehen sie auch genau an den Feldrändern, wo die Haufen sich häufen.

Sehr emotional und kontrovers diskutiert

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Im Breidert, wo sich die Initiative des Baumstreifens rund um die öffentliche Bücherzelle vorm Ärztehaus annimmt, ist die Wut groß. Hier wurde das Thema „Hundekacke“ sehr emotional und kontrovers diskutiert. Fazit: Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Menschen fast permanent über Regelungen und Vorschriften hinwegsetzen und die Lebensqualität anderer damit verschlechtern.

Die Hundehalter sind das Problem, denn die kümmern sich nicht um die Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Freunde. Daher hat die Initiative „begleitende Maßnahmen“ zu Erinnerung vor. Ihre Mitglieder überlegen aber noch, was sie tun können: Pfeffer streuen als „Hundeabwehr“ kann’s jedenfalls nicht sein - der Hund kann nichts für seine Bedürfnisse. Das Bewusstsein seines Besitzers wird weit besser über das Markieren der Hinterlassenschaften im Sinne von „Fähnchen gegen Hundekacke“ sensibilisiert.

Das direkte Ansprechen von Hundehaltern kann mit einem gewissen Risiko verbunden sein, gebetsmühlenartige Hinweise auf das Problem versprechen zumindest bei den nur nachlässigen Hundehaltern vielleicht Erfolg. Ein wenig Abhilfe würde vielleicht auch ein weiterer Tütenspender schaffen, hält die Initiative im Protokoll ihrer Arbeitssitzung schon fast ein wenig resigniert fest.

Angst, dass bestimmte Plätze zum Hundeklo mutieren, haben auch die beiden anderen Quartiersgruppen. In Waldacker haben engagierte Bürger gerade die Pflege jenes Areals übernommen, auf dem der große Christbaum den Ortsteil erhellt. In Urberach hoffen jene Projektmitglieder, die an der Kreuzgasse eine Fläche begrünen, dass ihre Arbeit nicht durch Hundehaufen zunichte gemacht wird.

Claus Murmann von der städtischen Grünflächenverwaltung bringt es wie auch Günther Braun vom Ordnungsamt auf den Punkt: „Es wäre doch eigentlich so einfach, wenn jeder die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners auch wieder mitnehmen würde!“

Was meinen Sie dazu? An welchem Ende der Leine hängt das Problem? Oder wird die Sache nur breit getreten? Diskutieren Sie hier mit oder schicken Sie uns Ihre Mail an red.rodgau@op-online.de. Hier wie da gilt der Grundsatz „Hart, aber fair“. Beleidigungen wandern sofort in den digitalen Mülleimer.

Quelle: op-online.de

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